Dank Entlastungen beim Zins und guter Kapitalmarktentwicklung ist der Deckungsgrad auf über 72 Prozent gestiegen, so das Ergebnis einer Hochrechnung des Beratungshauses Mercer.

Durch eine Entlastung beim Rechnungszins bis zum Jahresende 2021 sind die Pensionsverpflichtungen der DAX 40-Unternehmen von 434,8 Milliarden Euro auf etwa 412 Milliarden Euro gesunken. Dennoch liegt dieser Wert über dem Vorjahresstand von 406,9 Milliarden Euro. Dies liegt an der Erweiterung des DAX von 30 auf 40 Unternehmen im September 2021. Das Pensionsvermögen im DAX 40 stieg im selben Zeitraum von 281,2 Milliarden Euro auf etwa 299 Milliarden Euro. Der Vorjahreswert für den DAX 30 lag bei 265,2 Milliarden Euro.

Der Deckungsgrad der Pensionsverpflichtungen hat sich durch die Erweiterung des DAX kaum geändert. Für den
DAX 40 (in der heutigen Zusammensetzung) lag er im Vorjahr bei gut 64 Prozent. Als Folge der Entlastungen beim
Zins und der guten Kapitalmarktentwicklung ist der Deckungsgrad auf über 72 Prozent gestiegen. Dies sind die Ergebnisse einer Hochrechnung des Beratungsunternehmens Mercer auf Basis der Geschäftsberichte der DAX 40-Unternehmen.

Wert des Pensionsvermögens steigt an

Im Jahr 2020 lagen die Pensionsverpflichtungen im DAX 30 noch bei 406,9 Milliarden Euro. Dieser Wert hat sich durch die geänderte Zusammensetzung um 27,9 Milliarden Euro erhöht. Er betrug für den DAX 40 in heutiger
Zusammensetzung 434,8 Milliarden Euro. Entsprechend steigt der Wert des Pensionsvermögens im Jahr 2020 nur
durch die geänderte Zusammensetzung von 265,2 Milliarden Euro auf 281,2 Milliarden Euro an. Das sind die Ausgangswerte für die Entwicklung von Pensionsverpflichtungen und Pensionsvermögen für den DAX 40 im Jahr 2021.

Im Jahr 2021 sind die Pensionsverpflichtungen für den DAX 40 in heutiger Zusammensetzung von 434,8 Milliarden Euro um etwa 23 Milliarden Euro auf etwa 412 Milliarden Euro gesunken. Hauptgrund für den Rückgang waren versicherungsmathematische Gewinne in Höhe von 21 Milliarden Euro, vor allem aufgrund der Erhöhung des Rechnungszinssatzes.

“Sehr volatiles Zinsniveau”

„Das Zinsniveau hat sich auch im Jahr 2021 sehr volatil entwickelt. Im Vergleich zum extrem niedrigen Zinssatz zum Ende des Jahres 2020 hat sich der Zins schließlich deutlich erholt“, erläutert Thomas Hagemann, Chefaktuar von Mercer Deutschland.

Mercer leitet mit einem eigenen Verfahren die sog. Mercer Yield Curve her, eine Zinsstrukturkurve für die
Bewertung von Pensionsverpflichtungen im IFRS-Abschluss. Für eine Duration von 15 Jahren ist der Zins danach
von 1,00 Prozent auf 1,31 Prozent und für eine Duration von 20 Jahren von 1,17 Prozent auf 1,47 Prozent zum 31.
Dezember 2021 gestiegen. „Die tatsächliche Zinsveränderung in den einzelnen Unternehmen hängt von der
Bestandszusammensetzung und dem gewählten Zinsermittlungsverfahren ab. Die meisten DAX-Unternehmen
haben ihren Zinssatz um 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte angehoben“, erklärt Hagemann.

 

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