Europäische Versicherer steigerten in den letzten fünf Jahren ihre Eigenkapitalrenditen auf bis zu zehn Prozent. Der Schlüssel sind laut einer aktuellen Studie flexible Produkteangebote.

siert wurden dafür die Jahresabschlüsse 2008 bis 2013 der Top-30 unter den europäischen Versicherern.

Dank verbesserter Profitabilität konnte das operative Ergebnis um durchschnittlich drei Prozent und das Nachsteuerergebnis um sieben Prozent gesteigert werden. Zulegen konnten die Top 30 auch bei der Eigenkapitalrendite. Sie betrug Ende 2013 wieder 8,5 Prozent, nachdem sie 2011 auf noch 4,9 Prozent abgesackt war.

Zwischen 2009 und 2011 sank das Kapitalanlageergebnis um fast 50 Prozent und lag Ende 2013 mit 237 Millionen Euro wieder leicht über dem Niveau von 2010. Dazu Wolfgang Hach, Partner von Roland Berger: “Die Staatschuldenkrise hat deutlich gemacht, wie stark die europäische Versicherungswirtschaft am Tropf der Kapitalmärkte hängt.” Denn Kapitalerträge werden vor allem durch die Renditen für Staatsanleihen bestimmt, während sich die Prämieneinnahmen am Bruttoinlandsprodukt orientieren.

Selektive Branche

Während die spezialisierten Sach- und Lebensversicherer eine hohe Profitabilität aufweisen und ihre Eigenkapitalrenditen im Betrachtungszeitraum Jahren um bis durchschnittlich zehn Prozent pro Jahr steigern konnten, waren Versicherer mit einem breiten Produktportfolio weniger profitabel. Im Ländervergleich konnten Versicherer aus Deutschland, Spanien und der Schweiz sowohl ihre Umsätze als auch die Eigenkapitalrendite überproportional steigern.

Die Berger-Studie ermittelt drei zentrale Faktoren für Wachstum: Akquisitionen, Internationalisierung und innovative Geschäftsmodelle. Vor allem Versicherer mit innovativen Vertriebskonzepten und Produktangeboten hatten die Nase vorn – sei es durch strategische Partnerschaften in wichtigen Regionen, den Einsatz von Internetplattformen oder massgeschneiderten Angeboten.

Klein und wendig

“Besonders erfolgreich entwickelten sich kleine Versicherer, die in den letzten Jahren ein globales Vertriebsnetz mit starken Partnern aufgebaut oder ihre Produkte früh online angeboten haben”, sagt Hach. Er verwendet das Attribut von „kleinen Champions“. Diese hätten es dank grösserer Flexibilität geschafft, sowohl ihren Umsatz als auch ihre Eigenkapitalrendite um zweistellige jährliche Zuwachsraten zu steigern.

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