13.11.2018 | Von DR. ECKHARD BERGMANN

Ziel: größte Fondsservice-Plattform in Europa

So gehört es sich: Mit dem erfolgreichsten Jahr der bisherigen Unternehmensgeschichte begeht Universal-Investment sein 50-jähriges Jubiläum. Und setzt sich gleichzeitig große Ziele für die nächsten 5 Jahre. Bis 2023 soll das Volumen der administrierten Vermögen von jetzt gut 400 auf dann 500 Milliarden Euro gesteigert werden. Und damit will man zugleich größte Fondsservice-Plattform in Europa werden.

Universal Investment ist nach eigenem Bekunden kein Asset Manager. Das ist nicht die Kernkompetenz. Die Gesellschaft liefert vielmehr die Infrastruktur für effizientes Asset Management. Auf diesem Gebiet sieht sie sich hochkompetent. Und dort ist sie auch bereits unangefochtener Marktführer in Deutschland. Entsprechend BVI-Statistik zog Universal-Investment im vergangenen Jahrzehnt 22 Prozent der kumulierten Mittelaufkommen aller Fondsservice-Plattformen auf sich, gefolgt von Allianz Asset Management mit 19 Prozent und INKA (HSBC Trinkaus & Burkardt) mit 14 Prozent.

Der CEO des Unternehmens, Bernd Vorbeck, sieht die Gründe für den Erfolg in dem breiten Angebot. „Unser Angebot ist in Deutschland einmalig, es umfasst alle Assetklassen, Fondsvehikel, das Insourcing und natürlich die Master-Service-KVG.“ Es diese Breite des Angebots, die die Gesellschaft auch für die Ausweitung ihres Marktanteils im europäischen Geschäft prädestiniert.

Tragende Säulen: Fondsadministration, Insourcing und Risikomanagement

Drei Leistungsbereiche bilden dabei die Kernkompetenz des Unternehmens:

– die Fondsadministration im institutionellen Geschäft (Master-KVG) mit 291 Mrd. Euro Fondsvolumen und im Publikumsfondsgeschäft (Auflegung und Betreuung von über 700 Private-Label-Fonds) mit 31 Mrd. Euro Fondsvolumen;

– das Insourcing, das heißt die komplette oder partielle Übernahme von Services für Asset Manager, wie etwa gesetzlich relevante Tätigkeiten, Middle Office, Performance- und Risiko-Reporting oder Anlagegrenzprüfung; insgesamt erfolgt dies für 82 Milliarden Euro Anlagen (inkl. Direktanlagen);

– das Risikomanagement, das in Form des Overlay-Managements angeboten wird, insgesamt 38 Milliarden Euro.

Und alle drei Leistungsbereiche haben sich, wie Vorbeck betont, gleichermaßen gut entwickelt und zum Ergebnis beigetragen.

Eine besondere Stärke ist zudem die breite Vernetzung. „Wir arbeiten mit mehr als 400 Asset Managern zusammen“, so CFO Frank Eggloff, „das sind eine Menge Schnittstellen. Und damit sind wir der geborene Partner für das Overlay-Management. Da sind wir wirklich gut.“

Seit ihrer Gründung gehört die Gesellschaft zu den Pionieren in der Investmentbranche. Das zeigt sich auch im Aufbau von alternativen Investments. Allein in den letzten 6 Jahren sind zusätzlich zu den klassischen Assets wie Aktien und Renten sog. Real Assets im Umfang von gut 47 Milliarden Euro auf der Plattform aufgebaut worden – rund 16 Prozent des gesamten Spezialfondsvolumens. Bei diesen Real Assets handelt es sich um Immobilienanlagen sowie Beteiligungs- (Private Equity-)Anlagen, insbesondere im Zusammenhang mit Infrastrukturprojekten. Für die Qualität der Portfolien hat die Etablierung von Alternatives gerade im Niedrigzinsumfeld große Bedeutung Zugleich stellt sie aber neue und große Anforderungen an die Administration. Diesbezüglich sieht sich die Gesellschaft in führender Position.

Dagegen hat man sich bislang nicht im ETF-Geschäft engagiert. Nach Meinung des Managements ist die ETF-Industrie „eher Investmentbanking-getrieben“. Von Kundenseite habe bislang noch kein Wunsch nach Auflegung von ETFs bestanden. Das liegt wohl daran, dass die Kundenseite stärker von institutionellen Kunden geprägt ist, während der Wunsch nach ETFs eher von Publikumsseite kommt.

Höchster Gewinn in der Unternehmensgeschichte

Auch in der Ertragsentwicklung schreibt Universal-Investment Erfolgsgeschichte. 2018 konnte die Gesellschaft den höchsten Gewinn in der Unternehmensgeschichte verbuchen. Dazu hat die breite Aufstellung ebenso beigetragen wie die gute Entwicklung aller drei Leistungsbereiche. Insbesondere die Diversifizierung in Alternatives, sprich in margenstärkere Produkte, hatte dabei eine wohltuende Wirkung auf das Ergebnis. Wenn sich die Gesellschaft insofern „hochprofitabel“ nennt, ist das aber nur in Bezug darauf zu sehen, dass sie sich in einem Niedrig-Margen-Bereich bewegt. „Mit den Margen von Asset Managern“, betont Vorbeck, „können wir uns nicht vergleichen.“

Für die kommenden 5 Jahre hat man sich viel vorgenommen. Dabei geht es nicht nur um Volumenzugewinne, sondern auch den Ausbau des europäischen Geschäfts sowie die weitere technologische Aufrüstung der Kapazitäten, Stichwort Digitalisierung.

Mit seiner breiten Aufstellung sieht sich Universal-Investment für das künftige Wachstum gut gerüstet. Mit Blick auf die drei zentralen Säulen des Geschäfts – Fondsadministration, Insourcing und Risikomanagement – spricht Eggloff von einer 360°-Strategie. Denn die drei Geschäftsfelder ergänzen sich rundum oder arbeiten sich quasi gegenseitig zu. Damit sei das künftige Wachstum relativ gut überschaubar.

Für den Ausbau des europäischen Geschäfts ist die überdies die Neutralität und Konzernunabhängigkeit des Unternehmens eine wichtige Voraussetzung. Töchter und Beteiligungen bestehen bereits in Luxemburg und Österreich. Luxemburg ist strategisch der zentrale europäische Standort, dort werden bereits 35 Milliarden Euro Volumen mit 50 Mitarbeitern verwaltet. Ein neuer Standort ist Krakau. Aber auch Dublin könnte auf weitere Sicht für das europäische Geschäft von Interesse sein.

Ansatzpunkte für internationales Geschäft sind zum Beispiel mit dem Instrument UCITS gegeben, das auch von internationalen Asset Managern zunehmend eingesetzt wird. Darüber hinaus kommt der Gesellschaft ihre Expertise in Alternative Investments zugute, die insbesondere in Luxemburg aufgesetzt und verwaltet werden können. Nicht zu vergessen die vorhandenen Schnittstellen mit internationalen Asset Managern, die für das Overlay-(Risiko-)Management genutzt werden können.

Welchen Effekt erwartet man von dem britischen EU-Austritt? „Wir spüren den Brexit schon“, meint Eggloff, und zwar in Form einer zunehmenden Zahl von Fachkräften im Arbeitsmarkt aus diesem Bereich sowie verstärkten Lizensierungsanfragen von (Steuer-)Beratungsgesellschaften. Der eigentliche Schub ist aber dann zu erwarten, wenn sich die externen Asset-Management-Adviser in London neu orientieren müssen.

Investitionsschub in Mitarbeiter und Technologie

Die personelle Ausstattung beträgt derzeit 650 Mitarbeiter. In den kommenden Jahren soll der Mitarbeiterstab deutlich aufgestockt werden; die Rede ist von bis zu 50 oder 60 Mitarbeitern pro Jahr. Und dabei geht es auch um Mitarbeiterqualität. So sollen am neuen Standort in Krakau mittelfristig bis zu 150 Arbeitsplätze entstehen, um zusätzliches Fachkräftepotential aufzubauen.

Sehr ernst wird zudem das Thema Digitalisierung und neue Technologien genommen, betont COO Michael Reinhard. Dafür steht ein IT-Budget in signifikanter zweistelliger Millionenhöhe zur Verfügung. Es geht um Effizienzsteigerung und weniger manuelle Tätigkeit, um verfeinertes Risikomanagement sowie um Zeitersparnis in den Abläufen und Qualitätsverbesserung, etwa im Hinblick auf noch mehr Transparenz. Stichworte für neue Technologie sind eine Roboter-unterstützte Prozessautomatisierung, die bereits umgesetzt wurde, sowie der Aufbau eines „Emerging-Tech-Teams“, das weitere technische Innovationen prüft. Auch AI Künstliche Intelligenz und Block Chain werden als Mittel erprobt.

Kurz: Die Gesellschaft will Pionier bleiben.

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