Die Unternehmensbilanzen bezüglich der Schweizer Pensionskassenpositionen haben sich auch im zweiten Quartal verbessert. Die Vermögenswerte der Pensionskassen haben ihr Wachstum mit einer positiven Rendite von fast 4 Prozent fortgesetzt.

Die Unternehmensbilanzen waren am Ende des zweiten Quartals 2021 erneut so stark wie noch nie seit Einführung des Willis Towers Watson-Pensionskassenindex. Der illustrative Deckungsgrad, also das Verhältnis von Pensionsvermögen zu Pensionsverpflichtungen, stieg um 4.4 Prozent, wie aus dem Pensionskassenindex hervorgeht. Dieser stieg von 112.6 Prozent am 31. März auf 117.0 Prozent am 30. Juni 2021.

Restrukturierungen wirken sich auch auf die Pensionsbilanzierung aus

Die Diskontierungssätze konnten ihr stabilstes Quartal der letzten vier Jahre verzeichnen, was bedeutet, dass die Verbindlichkeiten während des zweiten Quartals ziemlich stabil blieben. «Obwohl die Unternehmen die Erholung vom zuletzt volatilen Umfeld der Diskontierungssätze zu schätzen wissen, denken wahrscheinlich viele bereits an mögliche Schwierigkeiten bei der internationalen Bilanzierung zum Jahresende», sagt Adam Casey, Head of Corporate Retirement Consulting bei Willis Towers Watson in Zürich.

Viele Unternehmen seien aufgrund der Covid-19-Pandemie gezwungen, Umstrukturierungsmassnahmen in Betracht zu ziehen. Einige hätten diese bereits eingeleitet. Im Rahmen der internationalen Pensionsbilanzierung könnten sich solche erheblich auf die Gewinn- und Verlustrechnung auswirken, bei vielen Unternehmen mit Konsequenzen für die Rentabilität des Landes und des Unternehmens sowie für die Verteilung von Boni. «Wurden diese Auswirkungen nicht eingeplant, können sie für die Unternehmen in einem ohnehin schon fragilen Marktumfeld ein zusätzlicher Schock sein», fährt Casey fort. Unternehmen, die mehr als 5 Prozent ihrer Belegschaft umstrukturiert hätten, sollten die Auswirkungen auf die Pensionsbilanzierung daher mit ihrem zuständigen Aktuar besprechen.

Marktwachstum ist ungebrochen

Die globalen Finanzmärkte haben sich im zweiten Quartal sehr positiv entwickelt, wobei sich die zugrunde liegenden Zinssätze nur geringfügig verändert haben. Eine typische Schweizer Pensionskasse konnte im zweiten Quartal bei guten wirtschaftlichen Grundlagen eine Zunahme der Vermögenswerte um 3-4 Prozent verzeichnen. «In den grossen westlichen Volkswirtschaften zielt eine stetige Lockerung der Einschränkungen in Zusammenhang mit dem Covid-19-Virus verbunden mit der Aussicht auf allmähliche Erhöhungen der Leitzinsen darauf ab, die zugrundeliegende wirtschaftliche Erholung fortzusetzen, ohne mittel- bis längerfristig einen gefährlichen Inflationsdruck auszulösen», erläutert Michael Valentine, Investment Consultant bei Willis Towers Watson in Zürich. Hinter dem positiven Ergebnis verberge sich allerdings je nach Region, Branche und wirtschaftlichen Faktoren eine enorme Schwankungsbreite.

Investieren ist anspruchsvoller geworden

«Darüber hinaus ist die Entscheidungsfindung für institutionelle Investoren anspruchsvoller denn je geworden, da Nachhaltigkeitsargumente nun tatsächlich als Mainstream eingestuft werden», weiss Valentine. Eine starke Governance, die auf einer zusammenhängenden Palette von Anlagegrundsätzen basiere, welche auch ESG-Aspekte umfassen müssten, sei deshalb ein wesentlicher Faktor bei der Zusammenstellung von robusten Anlageportfolios. «Dabei müssen die entsprechenden Governance Strukturen und Praktiken von der gesamten Organisation übernommen werden und für den gesamten Entscheidungsprozess gelten», fügt er an. Die ausgeprägte Disziplin bei Investitionen, kombiniert mit einer langfristigen Denkweise sei letztlich eine wertvolle Eigenschaft erfolgreicher institutioneller Investoren.

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