Die Menschen im Ruhrgebiet reden Klartext und finden selbst in komplexen Themen den einfachen Kern. Ralf Heynck arbeitet in Essen und spricht die Sprache der Region. Im Interview mit Guido Birkner zeigt der Vorstandsvorsitzende der Alters- und Hinterbliebenen-Versicherung der Technischen Überwachungs-Vereine auf, wie einfach Altersvorsorge eigentlich funktionieren könnte – wenn da nicht die Basis des Geschäftsmodells Pensionskasse, der Zins, abgeschafft wäre.

Die Menschen im Ruhrgebiet reden Klartext und finden selbst in komplexen Themen den einfachen Kern. Ralf Heynck arbeitet in Essen und spricht die Sprache der Region. Im Interview mit Guido Birkner zeigt der Vorstandsvorsitzende der Alters- und Hinterbliebenen-Versicherung der Technischen Überwachungs-Vereine auf, wie einfach Altersvorsorge eigentlich funktionieren könnte – wenn da nicht die Basis des Geschäftsmodells Pensionskasse, der Zins, abgeschafft wäre.

TÜV NORD, TÜV SÜD, TÜV Rheinland et cetera, et cetera, die Familie der TÜV-Gesellschaften ist groß und verzweigt – und ein guter Arbeitgeber. Der Vorstandsvorsitzende der Alters- und Hinterbliebenen-Versicherung der Technischen Überwachungs-Vereine – kurz AHV – muss es wissen, denn er ist seit über 30 Jahren für diese Pensionskasse tätig, zunächst als externer Bankberater, seit 1998 bei der AHV im Bereich Kapitalanlage, die er seit 2006 verantwortet. Inzwischen ist er Vorsitzender des Vorstands, den er zusammen mit Silvia Schwierz bildet. In der Kapitalanlage steht Ralf Heynck einem fünfköpfigen Team vor. „Wer einmal bei der AHV anfängt zu arbeiten, der bleibt auch in der Regel lange“, sagt Ralf Heynck. „Wir gehen innerhalb der AHV und der TÜV-Familie fair miteinander um.“

Geschäftsmodell Rückdeckungsversicherung

Die AHV ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG). Hinter ihr stehen rund 100 Mitgliedsunternehmen der TÜV-Welt. Die TÜV-Gesellschaften waren in den ersten Jahrzehnten nach ihrer Gründung noch Vereine zur Überwachung von Dampfkesseln. 1924 gründeten sie mit der AHV die zentrale Einrichtung für die Absicherung der Altersversorgung ihrer Beschäftigten, eine Aufgabe, die die AHV-TÜV bis heute wahrnimmt. „Unser Leistungspaket umfasst klassische Altersvorsorge sowie Invalidität- und Hinterbliebenenabsicherung“, sagt Ralf Heynck. „Die Finanzierung erfolgt über Beiträge und Kapitalerträge, das Geld vertraut man uns an, und wir legen es an und geben umgekehrt sämtliche Ergebnisse an die Versichertengemeinschaft zurück.“

Das wesentliche Geschäftsmodell der AHV ist seither das gleiche: Rückdeckungsversicherung. Die TÜV-Gesellschaften gewährten und gewähren ihren Beschäftigten bis heute Pensionszusagen mit langfristigem Charakter, die weitgehend über die AHV rückgedeckt werden. Ralf Heynck vergleicht die früheren Leistungsversprechen mit den Versorgungszusagen für Beamte: „Die TÜVler nahmen damals quasi hoheitliche Aufgaben wahr. Deren Versorgungszusagen Versorgungszusagen hatten die Arbeitgeber dann zu bilanzieren.“ Doch bereits seit den 1920er Jahren lagerten die Vereine Pensionszusagen an die AHV aus. „Wir als Rückdeckungs-Pensionskasse schließen Rückdeckungsversicherungen mit den einzelnen TÜV-Gesellschaften ab und sichern deren Verpflichtungen aus unmittelbaren Pensionszusagen ab.“ Am Ende zahlen die TÜV-Gesellschaften ihre zugesagten Renten an die Rentenberechtigten, unabhängig von der jeweiligen Rückdeckung, aus und greifen hierbei auf die Leistungen ihrer AHV zurück.

Größeres Leistungsangebot

Nach der Jahrtausendwende erweiterte die AHV ihr Angebot. Auf die Novellierung des Betriebsrentengesetzes zum 1. Januar 2002 hin nahm sie das direkte Pensionskassengeschäft auf. Dadurch haben die Beschäftigten der Mitgliedsunternehmen die Möglichkeit, Entgelt unter Nutzung der gesetzlichen Fördermöglichkeiten umzuwandeln.

Seit 2006 ist die AHV eine nicht regulierte Pensionskasse im Sinne des Versicherungsaufsichtsgesetzes. „Wir stehen unter der Aufsicht der BaFin und haben als Pensionskasse die entsprechenden regulativen Vorgaben zu erfüllen, die sowohl quantitativ wie auch qualitativ ansteigen.“

Der vorläufige Schlusspunkt der Angebotserweiterung erfolgte 2014, als die AHV im Zusammenwirken mit ihren Mitgliedsunternehmen die „Alters- und Hinterbliebenen-Unterstützungskasse der Technischen Überwachungs-Vereine e. V.“, kurz AHU-TÜV, gründete. Bislang stehen für den Tarif dieser rückgedeckten Gruppenunterstützungskasse noch keine Rentner zu Buche.

Durch internes Berichtswesen Chancen und Risiken früher erkennen

Den eigenen Gewinn optimieren und komplett an die Versicherten weitergeben – um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet die AHV in schlanken Strukturen und führt sämtliche internen Prozesse so effizient wie möglich durch. Dazu zählen neben der Kapitalanlage auch die interne Revision und das Risikomanagement. Das Team hat ein intensives tägliches Berichtswesen entwickelt, das sich auf zwei Stücke Papier konzentriert: die Bilanz und die GuV. „Wir im Vorstand lassen uns an jedem Morgen bis 6.30 Uhr einen Tagesbericht zum Status quo der Bilanz und der GuV schicken, auch an Ferientagen“, sagt der Vorstandsvorsitzende. „Auf dieser Basis analysieren wir tagesaktuell und prognostizieren unter anderem den Ertrag für jede Anlage im Hinblick auf den nächsten Bilanzstichtag.“ Der Vorstand prüft anhand dieser Planungsrechnungen, welche Einnahmen bis zum Jahresende sicher sind.

Einmal in der Woche findet zudem eine ausführliche Kapitalanlagebesprechung statt, bei der die Teilnehmer einfache Hochrechnungen für den Fondsbestand vornehmen und verschiedene Szenarien simulieren. „Wir bewerten unsere Wertpapierfonds selbst und haben zur Kontrolle eine Excel-basierte Schattenrechnung eingeführt“, erklärt Ralf Heynck. Im Mittelpunkt des Risikomanagements steht die Betrachtung der Risikowirkung der einzelnen Fonds: Bleibt die Ergebnisprognose stabil, steigt sie oder sinkt sie? „Mit unserer täglichen Bewertung sind wir schneller als das Risikomanagement irgendeines Meldedienstes“, so der Vorstand. „Wenn uns im Tagesverlauf etwas auffällt, wissen wir sofort um die Konsequenzen für unser Portfolio und können bedarfsgerechte Maßnahmen einleiten.“

Ebenso einfach und effizient funktioniert bei der AHV der Abgleich der Aktiv- und Passivseite. Den Kapitalanlagen auf der Aktivseite der AHV-Bilanz stehen auf der Passivseite quasi die Sparbücher der Versichertengemeinschaft gegenüber, also das Deckungskapital, das die TÜV-Arbeitgeber und deren Beschäftigte angespart haben. Zudem finden sich auf der Passivseite noch die Eigenmittel. Das Gesamtvermögen der AHV beläuft sich laut dem aktuellen Geschäftsbericht für das Jahr 2020 auf 1,026 Milliarden Euro auf der Aktivseite. Das Sparkapital der TÜV-Versichertengemeinschaft betrug 2020 knapp 960 Millionen Euro.

Geschäftsmodell Pensionskasse

Mit den gegebenen Steuerinstrumenten lässt sich eine Pensionskasse gut lenken, denn: „Das Geschäftsmodell einer Pensionskasse ist eigentlich sehr simpel“, betont Ralf Heynck. „Wir haben junge Beschäftigte, die zum Beispiel ab dem 27. Lebensjahr einen bestimmten Betrag monatlich von ihrem Gehalt für die Altersvorsorge einzahlen – mit dem Ziel einer lebenslangen Rente.“ Die AHV befasst sich dann mit den eingezahlten Beträgen rund 40 Jahre lang während der Sparphase, weitere geschätzte 25 Jahre lang in der Rentenphase und vielleicht – nach dem Verscheiden der beschäftigten Person – noch einmal fünf Jahre lang für etwaige Hinterbliebene, in Summe also 70 Jahre. „Ärgerlich sind an diesem Geschäftsmodell die 70 Bilanzstichtage“, unterstreicht der Vorstand. „An diesen Tagen muss die AHV dokumentieren, dass das gesparte Geld bei uns noch vollständig vorhanden ist.“ Wegen der Schwankungen dürfte auch die AHV das angesparte Kapital daher nie komplett in Aktien anlegen, auch wenn der Essener „die Idee einer Aktienrente grundsätzlich gar nicht so schlecht“ findet.

Die Bruttoverzinsung ermittelt sich aus dem gesamten Kapitalanlageertrag, bezogen auf das zu verzinsende mittlere Deckungskapital. 2020 betrug sie 3,93 Prozent. Die Nettoverzinsung lag bei 3,53 Prozent, doch de facto belief sie sich nach den Zinsvorsorgemaßnahmen immer noch auf 3,25 Prozent für die direkte Pensionskasse. Der durchschnittlich zu erwirtschaftende Rechnungszins für das gesamte Deckungskapital betrug zum Stichtag am Jahresende 2,81 Prozent nach 2,96 Prozent im Vorjahr. Für die nächsten Jahre rechnet Ralf Heynck mit einer weiteren Abschmelzung des Rechnungszinses der Passivseite auf unter 2,3 Prozent.

Die Auszahlungen für Renten- und Kapitalleistungen der AHV stagnierten, während sich der Bestand an Versicherten, insbesondere der Anwärter, in 2020 um 5,8 Prozent beziehungsweise 942 Personen auf insgesamt 17.053 Personen deutlich erhöhte. Die ausgezahlten Renten und Kapitalleistungen summierten sich gleichwohl auf 56,1 Millionen Euro. Das entspricht fast 6 Prozent der Spareinlagen der AHV. Dem stehen auf der anderen Seite der GuV gebuchte Versicherungsprämien in Höhe von 41,1 Millionen Euro und Kapitalerträge in Höhe von 37 Millionen Euro gegenüber, also Gesamterträge über 79 Millionen Euro. Bevor sich die AHV um die Betriebsrentner kümmern darf, muss sie erst die fünf Götter zufrieden stellen, wie Heynck sie nennt: Die BaFin zeigt sich dreifaltig mit ihren Vorgaben für die Aktivseite, die Passivseite und an das Risikomanagement. Zudem gilt es, dem Finanzamt und den Bewertungsvorgaben der Wirtschaftsprüfer gerecht zu werden. Allein im Jahr 2020 hatte die AHV als Rückdeckungspensionskasse 772.000 Euro Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zu zahlen. Natürlich ist auch der Aufsichtsrat bei allen relevanten Entscheidungen einzubinden. Hier bewährt sich die offene und faire Kommunikation, als Aufsicht und auch als Ratgeber.

Systemsprenger Niedrigzins

Das Leben mit einer Pensionskasse könnte schön sein, wenn da nicht der Niedrigzins wäre. Ralf Heynck sah das Unheil schon 1999 am Horizont aufziehen, als die japanische Notenbank den Leitzins auf 0 Prozent senkte. 2003 stellte der Anlageexperte intern die Frage, was passiere, wenn auch in Deutschland japanische Verhältnisse eintreten sollten. „Zunächst lachten wir noch gemeinsam, doch seither haben wir im Haus über das Unmögliche sehr intensiv nachgedacht, denn das größte Risiko für eine Pensionskasse ist die Abschaffung des Zinses.“ Hinzu kommen die Folgen der demographischen Entwicklung und die Corona-Pandemie. „Diese Lücken im kapitalgedeckten System führen langfristig dazu, dass die Rentenleistungen irgendwann sinken müssen – auch bei uns.“ Darauf weist die AHV in ihren Geschäftsberichten immer wieder hin. „Wenn schon Herr Dr. Grund auf der BaFin-Jahreskonferenz der Versicherungswirtschaft 2019 offen darauf hinweist, dass das Geschäftsmodell der Pensionskassen existenziell gefährdet ist, dann dürfte es tatsächlich brennen.“

Wenn die Trägerunternehmen in dieser Situation für die Pensionskasse kein zusätzliches Geld nachschießen wollen, bleibt einer Kasse nur der Rückgriff auf die Sanierungsklausel in ihrer Satzung übrig. „Die Rentenleistungen zu kürzen belastet die Rentenempfangenden im Geschäftsmodell einer rückgedeckten Pensionskasse nicht direkt, denn sie erhalten ihre Rentenzahlung ohnehin direkt vom Arbeitgeber, bekommen sie also nicht von uns. Das Problem haben aber dann die Arbeitgeber, die sich auf die Leistung der Rückdeckungspensionskasse verlassen.“ Am Ende kann ein VVaG wegen satzungsmäßiger Sanierungsklauseln im Grundsatz gar nicht insolvent werden.

Ralf Heynck zeigt Verständnis für die BaFin und ihre Präventionsmaßnahmen in den vergangenen Jahren. „Die Fragen, die die BaFin in ihren Stresstests stellte und stellt, und die Forderung, inzwischen 15-Jahres-Prognosen zu erstellen, sind für uns nichts Neues, denn mit ähnlichen Szenarien beschäftigen wir uns schon sehr lange.“ Die BaFin zwinge die Beaufsichtigten lediglich dazu, die Realitäten anzuerkennen und sich für die verschiedenen Szenarien zumindest gedanklich zu positionieren. „Ich halte es für vollkommen richtig, Prognoserechnungen mit einem Wiederanlagezins von beispielsweise 1,25 Prozent oder einem von 0,50 Prozent durchführen zu lassen“, betont der Vorstand. „Wir haben unseren Trägerunternehmen schon vor Jahren eröffnet, dass die AHV bei bestimmten Wiederanlagezinsen in einigen Jahren ein Problem in der GuV haben könnte.“ Bei einem simulierten höheren Wiederanlagezins wiederum ist das Problem weit über den vorgegebenen Prognosezeitraum hinaus aufgeschoben, wenn nicht gar aufgehoben.

Kapitalreserven stärken

Die AHV weist mit rund 140 Prozent eine relativ komfortable Solvenzquote – also Überschuss der Eigenmittel über die Kapitalanforderungen – auf. „Wir haben in den vergangenen Jahren konsequent Solvenzkapital angespart und so unsere Quote erweitert“, betont Ralf Heynck. „Zudem haben wir die gesetzlich vorgeschriebene Zinszusatzreserve und eine freiwillige Zinsverstärkung auf- und ausgebaut.“ Allein in 2020 wurden in Summe 8,8 Millionen Euro unter der Überschrift „Risikovorsorge Zins“ gebucht – Geld, das die AHV aus eigener Kraft finanzierte.

Um die Risikotragfähigkeit zu stärken, diversifizierte die Versorgungseinrichtung die Kapitalanlage weiter, reduzierte die Zinsabhängigkeit und hält nur sporadische Kassenpositionen. Auch auf der Verpflichtungsseite legte die Pensionskasse Hand an, indem sie 2016 alle bestehenden Tarife im Einvernehmen mit den Trägerunternehmen für Neuabschlüsse schloss. Neue Prämien gehen seitdem nur noch in die jeweils neuesten Tarife mit einem Rechnungszins von 0,25 Prozent seit 1. Januar 2021.

Als weitere Stabilisierungsmaßnahme hat die AHV schon vor Jahren mit den TÜV-Trägergesellschaften vereinbart, dass diese im Fall eines bilanziellen Verlustes die Betriebskosten für die ohne Kosten kalkulierten Rückdeckungstarife ausgleichen. Diese Notfallvorsorge haben beide Seiten inzwischen in eine freiwillige Übernahme der anteiligen Betriebskosten der AHV umgewandelt, um einen solchen etwaigen Notfall zu vermeiden. Daher stellt die AHV den Trägergesellschaften Teile der definierten Betriebskosten in Rechnung. Bei vielen anderen Betriebspensionskassen sind die Kassen selbst eine Kostenstelle im Konzern. Der Mehrertrag aus der Umlage erhöht die Rendite auf der Aktivseite, und die höheren Ergebnisse werden den Sparbüchern der Versichertengemeinschaft gutgeschrieben, im Wesentlichen als Zinsrisikovorsorge. Diese zusätzlich angesparten Mittel reduzieren die passivische Anforderung an die Bilanz der AHV. Das stabilisiert die Vorsorgeeinrichtung insgesamt, so dass sie in einer langfristigen Prognosebetrachtung selbst mit einem Wiederanlagezins von 0,5 Prozent zurechtkommt.

Vorliebe für Grundstücke mit Erbbaurecht

Das Anlageportfolio der AHV speiste sich Ende der 1990er Jahre noch auskömmlich aus festverzinslichen Anleihen. Doch der Niedrigzins hat auch die Kapitalanlage der AHV auf den Kopf gestellt und die Zinsträger der Vorjahre aufgefressen. „Wir haben das Volumen unserer zinstragenden Anlagen in den letzten elf Jahren um 24 Prozent gesenkt – das war ein gewaltiger Move“, sagt Ralf Heynck. „Gleichzeitig haben wir unseren Immobilienbestand um über 23 Prozent aufgestockt.“ Der Vorstand erkannte die Gefahr des Niedrigzinses schon früh und steuerte ihr dort entgegen, wo er es konnte. „Die ganzen Maßnahmen rund um Risikoreduzierung und Anlagediversifizierung retten uns bei einem ewigen Null- oder Negativzins nicht endgültig, aber wir gewinnen dadurch immer wieder Zeit.“

Heute prägen Zinsträger in der Direktanlage das Anlageportfolio zum 31. Dezember 2020 noch zu rund 55 Prozent. Der zweitgrößte Posten sind Grundstücke, Immobilien und Immobilienfonds mit einem Gesamtanteil von circa 26 Prozent. Bei Immobilien ist das AHV-Portfolio überwiegend in Deutschland allokiert, dazu kommt etwas Europa. „Unsere Anlagepolitik ist sehr konservativ“, betont Ralf Heynck. Sein liebstes Investment-Ziel sind Grundstücke mit Erbbaurecht, bevorzugt in den Speckgürteln west- und süddeutscher Großstädte. „Boden nutzt sich nicht ab, und das Land ist ewig.“ Mit dem Erbpachtzins verzeichnet die AHV jeden Monat regelmäßige Einnahmen, die sie inflationsgebunden einmal jährlich anpassen kann.

Der direkte Immobilienbestand im Portfolio der AHV ist mit 2,5 Prozent relativ klein. „Mehr direkten Bestand wollen wir auch nicht, weil das immer mit viel Verwaltung verbunden ist“, so der Vorstand. Größer ist der Bestand an Immobilienfonds im Portfolio der AHV. Dabei geht es um Objekte in den Segmenten Wohnen, Büro, Parken und Pflege. Bei den inzwischen gebeutelten Handelsimmobilien hat die AHV noch rechtzeitig vor der Pandemie umgeschichtet und sich auf Objekte im Lebensmitteleinzelhandel konzentriert.
Den neuen Anlageklassen in den Alternative-Segmenten steht Ralf Heynck vorsichtig gegenüber. „Die AHV ist wenn, dann minimal beteiligt, auch in Private Debt.“ Seine Erfahrungen etwa mit dem Aktienboom um die Jahrtausendwende haben ihn skeptisch gegenüber Moden gemacht. „Die damals laut erstrittenen Aktienquoten können viele Versicherer bis heute nicht ausschöpfen.“ Um „seine“ AHV ist er immer in Sorge, aber nicht bange.

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