Seit dem die EZB den Einlagenzins auf -0,5 Prozent gesenkt hat, ist spätestens für alle Investoren klar, dass sie sich um Zinsalternativen kümmern müssen.

Denn höhere Zinserträge sind so bald nicht in Sicht. Im Gegenteil, eher zeichnet sich noch ein weiterer Zinsabbau ab. Um dem vorzubauen, wies Lupus alpha kürzlich mit einem „Vola-Day“ auf eine ertragsstarke und nachhaltige Alternative hin: Volatilitätsstrategien.

Eigentlich, so Firmenchef Ralf Lochmüller, kennt man Lupus alpha als Small und MidCap-Manager. Seit einiger Zeit beschäftigt sich das Unternehmen jedoch auch mit Anlage- und Fondsalternativen zum Festverzinslichen Bereich und hat seit 2017 dazu eine „Alternative Solutions“-Abteilung mit dem Leiter Alexander Raviol etabliert. Auslöser für diese Überlegungen war das Investment Modernisierungsgesetz, das bereits ab 2004 die Freigabe von Hedgefonds in Deutschland ermöglichte. Angefangen hatte man dazu bei Lupus alpha mit Wertsicherungsstrategien. Inzwischen setzen sich bereits 11 Personen mit dem Thema Volatilität auseinander, ergänzt um 3 Mathematiker, die sich insbesondere um die Umsetzung kümmern. Aufgebaut hat man damit jetzt ein Volumen von 2 Mrd. Euro in Fonds.

Das Marktpotential ist erheblich. „Alle Investoren“, so Lochmüller, „suchen nach Alternativen zum Niedrigzins.“ Und wenn die Investoren nur 2 bis 3 Prozent ihrer Portfolios mit Vola-Strategien füllen, wie von einzelnen berichtet, käme schon ein Marktvolumen im zweistelligen Mrd.-Bereich zusammen. „Wir wollen in aller Bescheidenheit in diesem Bereich die Marktführerschaft erhalten“, betont Lochmüller. Dies umso mehr, als er davon überzeugt ist, dass Vola-Strategien eine nachhaltige Alternative zu Niedrigzinsen sind – und zudem eine Alternative, die gleichzeitig noch zusätzliche Diversifizierung in die Portfolios bringt.

Allerdings handelt es sich dabei, wie Lochmüller sich ausdrückte, nicht um ein triviales Thema. Umso mehr gehe es darum, dass die Investoren diese Anlagealternative auch verstehen. Dem sollte die Einladung zum „Vola-Day“ entgegen kommen.

Gebraucht: echte und nachhaltige Risikoprämien

Anschließend erläuterte Alexander Raviol, warum Vola-Strategien als eigene Anlageklasse eine unverzichtbare Ertragsquelle darstellen. Nachweislich gebe es weniger alternative Risikoprämien, als gemeinhin angenommen werde. Im Rentenbereich belaufe sich zum Beispiel das weltweite Anleihevolumen auf 17 Trillionen USD; aber nur weniger als 2 Trillionen seien davon Unternehmensanleihen. Im Aktienbereich wird häufig versucht, das Potential alternativer Risikoprämien durch Faktorportfolien zu heben (Smart Beta). Tatsächlich, so weist Raviol anhand von Faktorportfolien im DAX nach, ist der Ertrag indessen nicht sehr beeindruckend. Und vor allem fehlt eine stabile Grundprämie.

Insofern gebe es nur wenige echte Risikoprämien. Eine davon ist Volatilität. Denn sie liefert langfristig sehr attraktive Erträge, wie die Analysten von Lupus alpha über einen längeren Zeitraum nachgewiesen haben. Dafür gibt es einen einfachen Grund: „Wir glauben“, meint Raviol, „dass Volatilität keine mathematische Erklärung hat, sondern dass sie Erträge wie eine Versicherung liefert.“ Denn so, wie Versicherungen erst die möglichen Schäden kalkulieren und danach die Prämie festsetzten, so verhalte es sich auch mit der Absicherung von Schwankungen an den Finanzmärkten. „Tatsache ist“, so Raviol: „Die implizite Volatilität ist nachhaltig höher als die realisierte.“ Wenn man die langfristige Verteilung betrachte, seien die Vola-Differenzen zwischen impliziter und realisierter Volatilität in 90 Prozent der Fälle positiv und nur in 10 Prozent negativ. Im Mittel sind sie also nachhaltig positiv.

Noch eines kommt hinzu: Die Volatilität ist unabhängig von Aktienschwankungen. Die Strategien funktionieren auch bei Seitwärtsmärkten. Damit ergibt sich gleichzeitig ein nachhaltiger Diversifikationseffekt. Anhand des Verlaufs nach der Finanzkrise 2007/08 zeigt die Analyse von Lupus alpha, dass die Erholungsphase der Vola-Strategie sehr viel schneller abläuft als die der zugrundeliegenden Aktien – nach dem Einbruch der Aktienmärkte betrug sie nur rund 1 Jahr verglichen mit nahezu 8 Jahren bei den Aktien selbst.

Heterogene Volatilitätsstrategien

Das Feld der Volatilitätsstrategien ist vielfältig, je nach dem Ziel der Strategie (Tailhedge oder Vereinnahmung der Vola-Prämie), abweichenden Rendite-/Risikoprofilen der zugrundeliegenden Assets und Märkte sowie diskretionären oder systematischen Ansätzen.

Bei Lupus alpha werden drei grundsätzliche Arten von Vola-Strategien verwendet, und zwar:

– Short-Strategien (teilweise systematisch, teilweise diskretionär);

– Long/Short-Strategien, wobei die Long-Komponente häufig relativ hohe Kosten erfordert, und

– reine Long-Strategien mit hohen systematischen Kosten.

Wichtig ist dabei die Auswahl der Assetklassen. Nach den Erfahrungen von Lupus alpha zeigen die Märkte mit der höchsten Nachfrage nach Absicherung auch die höchste Risikoprämie. Insofern erscheinen Aktien und Anleihen besonders geeignet. Folglich liegt der Fokus auch auf diesen Anlagen. Währungen und Rohstoffe sind dagegen nach Meinung des Managements weniger geeignet.

Die Struktur des Portfolios setzt sich dann aus drei Komponenten zusammen:

– zum einen dem Optionsportfolio mit dem Verkauf von börsengehandelten Optionen auf Aktienindizes und Anleihe-Futures,

– den Futures, die der Neutralisierung des Aktien- beziehungsweise Durationsrisikos dienen,

– und schließlich dem Basisportfolio, in dem kurz laufende Anleihen sehr guter Bonität zu Buche stehen.

Das Options- und Futures-Portfolio dient dabei der Vereinnahmung von Volatilitätsrisikoprämien, wobei die Skalierung auf das gewünschte Rendite-/Risikoprofil der Kunden natürlich eine wichtige Rolle spielt. Dagegen richtet sich das Basisportfolio auf die Erzielung von Zinserträgen – allerdings erscheint ihr Ausmaß angesichts des Niedrigzinsumfeldes eher theoretisch. Dennoch ist diese Ausrichtung wichtig, da hier keine „artfremden“ Risiken eingegangen werden sollen. Denn das Ziel ist ja gleichzeitig, einen deutlichen Diversifikationseffekt zu erzielen.

Werttreiber der Strategien ist somit die Vereinnahmung der Volatilitätsprämien. Und die lagen nach den Berechnungen von Lupus alpha im Mittel seit 2007 bei rund 3,5 Prozent. Fazit des Fondsmanagementhauses: „Die Volatilitätsrisikoprämie ist langfristig sehr stabil und hat auch im aktuellen Marktumfeld Bestand.“

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