17.02.2014 | Von Bernhard Raos

Viele Aktien = mehr Rendite

Welche Strategie hat institutionellen Investoren im letzten Jahr am meisten Rendite gebracht – diese Frage beantwortet eine Studie der Schweizer Beratungsgesellschaft PPCmetrics.

Schweizer Pensionskassen, die 2013 in ihrer Asset Allocation auf 25 Prozent Anleihen in Franken, 5 Prozent Anleihen in Fremdwährungen, 15 Prozent Aktien Schweiz, 35 Prozent Aktien Welt und 20 Prozent Immobilien Schweiz setzten, erzielten eine durchschnittliche Rendite von 10,2 Prozent. Wer sehr konservativ investiert war – 62,5 Prozent Anleihen in Franken, 10 Prozent Anleihen in Fremdwährungen, 5 Prozent Aktien Schweiz, 10 Prozent Aktien Welt und 7,5 Prozent Immobilien Schweiz – musste sich mit 1,3 Prozent Rendite begnügen.

Diese Bandbreite liefert eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft PPCmetrics zur Abhängigkeit der Renditen und der gewählten Anlagestrategie. Die Resultate spiegeln die Situation an den Anlagemärkten: Das Jahr war geprägt von Verlusten an den Anleihemärkten und hohen Renditen auf Aktienanlagen. Börsennotierte Immobilienfonds in der Schweiz verzeichneten negative Renditen. Die ausgewerteten Musterstrategien umfassen zwischen 22,5 und 70 Prozent Sachwertanlagen (Aktien und Immobilien), wobei der Aktienanteil zwischen 15 und 50 Prozent schwankt. Für die Berechnung der Jahresrendite 2013 werden die Portfolio-Anteile monatlich auf den Zielwert zurückgeführt; Transaktionskosten sind nicht berücksichtigt.

Für jede der angeführten Asset-Kategorien gab es 2013 weitere Anlageentscheide, wie beispielsweise die Laufzeitenallokation, Investitionen in Small Caps, illiquide/nicht notierte Anlagen oder weitere Anlagesegmente wie Emerging Markets oder alternative Anlagen. Die Studie schaut da näher hin:

–        Die Verluste waren insbesondere bei Anleihen-Portfolios mit langen Laufzeiten hoch. Bei Pensionskassen unterliegen sowohl die Anlagen als auch die Verpflichtungen einem Zinsrisiko. Je unterschiedlicher die Zinsrisiken der Anlagen und der Verpflichtungen („Duration Gap“) sind, desto höher ist das Zinsrisiko bezogen auf den Deckungsgrad.  Der Deckungsgrad ist für Schweizer Pensionskassen eine zentrale Grösse. 100 Prozent Deckung bedeuten, dass nach der Rechnung der Vorsorgeeinrichtung alle Verpflichtungen voll gedeckt sind.

–        2013 entwickelten sich die Währungen uneinheitlich. Der EUR hat sich gegenüber der CHF leicht aufgewertet, während US, JPY und GBP abwerteten. Beim JPY machte die Abwertung gegenüber dem CHF über 20 Prozent aus. Wer also auf eine Währungsabsicherung von globalen Indizes bei Anleihen und Aktien setzte, erzielte im letzten Jahr einen positiven Renditeeffekt.

–        Kreditrisiken lohnten sich teilweise. Eine Mehrrendite gegenüber US Staatsanleihen  brachten insbesondere Corporate Bonds mit geringerer Bonität.

–        Die Anleihen in Schwellenländern entwickelten sich 2013 deutlich schlechter als diejenigen der entwickelten Länder. Gleiches lässt sich auch für Aktienanlagen in Emerging Markets feststellen.

–        Small Caps brachten sowohl in der Schweiz als auch weltweit höhere Renditen als Large Caps. Institutionelle Investoren wurden also mit der Beimischung dieser Titel durch eine Zusatzrendite entschädigt.

–        Die verschiedenen Indizes für den helvetischen Immobilienmarkt entwickelten sich unterschiedlich. So lagen die Renditen nicht börsennotierter Immobilienanlagen deutlich höher als diejenigen börsennotierter Anlagen. Letztere performten negativ.

–        Der Einsatz von alternativen Anlagen zeigt ein indifferentes Bild – er lässt sich weder als besonders positiv noch als negativ beurteilen. Nach Kosten schaute da meist wenig heraus.

Welchen Schluss ziehen die Strategieberater von PPCmetrics  – nicht ganz uneigennützig – aus ihrer Studie: „Eine optimale Ausrichtung der Assets auf die Verpflichtungen erfordert aufgrund der hohen Bedeutung des Strategieentscheids einen systematischen Strategieprozess und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Risikofähigkeit sowie den Anlageeigenschaften der einzelnen Anlagekategorien.“

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