Ein aktueller Report zeigt Anlage-Alternativen für Versicherer, um Deckungslücken zu schliessen.

Das Bankhaus Lampe hat in Kooperation mit dem unabhängigen Institut Zielke Research Consult die Bilanzzahlen der deutschen und österreichischen Versicherer analysiert. Mit beunruhigendem Resultat: Bei unveränderten Zinsen wird der Gesamtbestand an stillen Reserven schon im Jahr 2018 aufgebraucht sein. Das Niedrigzinsumfeld trifft die Versicherer besonders hart, wurde doch in der Vergangenheit hohe Garantien mit ausserordentlich langen Laufzeiten gewährt.

Der Report zeigt, dass der rechnerische Reservierungsbedarf für die Zinszusatzreserve 2018 bis auf 100 Mrd. Euro steigen könnte, ausgelöst unter anderem durch den notwendigen Abbau stiller Reserven. Demnach müssten jährlich fünf bis zehn Prozent hoch rentierende Kapitalanlagen verkauft werden, was den Abbauprozess der stillen Reserven stark beschleunigt.

Studienautor Carsten Zielke beurteilt die geringe Kapitalisierung der Lebensversicherungsbranche von 1,4 Prozent kritisch: „Es fehlt vielen Versicherern schlichtweg an Kapital. Ich schätze die Deckungslücke beispielsweise bei den Lebensversicherern auf bis zu 30 Mrd. Euro.“  Aufgrund des kaum vorhandenen Risikobudgets seien den Versicherungen bezüglich ihrer Asset-Allokation auch noch die Hände gebunden.

Mehr Diversifikation zwingend
Zielke ortet eine „Monokultur in der Kapitalanlage“ bei den Versicherern, die vorwiegend in festverzinslichen Wertpapieren investiert sind. An einer Diversifikation in Sachwerte führe kein Weg vorbei. Neben Aktien und Immobilien spiele dabei  die sich entwickelnde Anlageklasse Infrastruktur eine zunehmend wichtigere Rolle.

Wie stark sind Versicherer bereits in Infrastruktur investiert? Die Studie rechnet die  Erhebungen von GDV und BaFin hoch und kommt auf insgesamt zwei Prozent alternative Anlageformen. Bei einer Gesamtkapitalanlage von 1.409 Milliarden Euro entspricht dies 28 Milliarden Euro. Detaillierte Zahlen zu Infrastruktur-Anlagen fehlen. Laut GDV erfolgt ein Grossteil der Investitionen mit rund 3 Milliarden Euro in erneuerbare Energien. Insgesamt ist die Anlageklasse Infrastruktur in vielen Kapitalanlageportfolios unterrepräsentiert.

Das  liegt auch daran, dass der Markt für Infrastrukturinvestitionen nicht standardisiert ist und vor allem die Banken den Markt nachfrageseitig dominieren. Kommt dazu, dass die Anforderungen von Solvency II und die beschränkte Kapitalsituation der Versicherer eine deutlich höhere Quote in dieser Asset-Kategorie bremsen. Dabei könnte „eine verstärkte Beimischung von Infrastrukturinvestitionen  das Risiko-Rendite-Profil der Anlageportfolios von Versicherern verbessern, heisst es in der Studie.

Dieser Rat des Bankhauses ist nicht selbstlos. Es empfiehlt sich und seine Tochtergesellschaft Lampe Equity Management den mittelgrossen und kleinen Versicherern als spezialisierter Asset Manager von Alternativen Investments.

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »
Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »