Pensionsfonds wachsen weiterhin nur langsam, in 2015 vor allem die Wettbewerbs-Pensionsfonds.

Pensionsfonds wurden 2002 als Möglichkeit für Unternehmen zur Auslagerung von Direktzusagen aus ihrer Bilanz zugelassen. Ende 2015 waren wie im Vorjahr 31 Einrichtungen aktiv, neun davon Betriebs-Pensionsfonds. Sie betreuen über 600.000 Anwärter und fast 300.000 Rentner. Die Zahl der Anwärter wuchs in 2015 um 4 und die der Rentner um knapp 1 Prozent.

Das Beitragsaufkommen ist über die Jahre volatil und hängt vom Übertragungsvolumen einzelner Einrichtungen ab. Da die großen Unternehmens-Fonds nur „past service“ betreiben, also keine einzahlenden Anwärter aufnehmen, wachsen die Beiträge nur bei wenigen Pensionsfonds stetig. In 2015 wurden Beiträge von 2,9 Milliarden Euro geleistet, fast dreimal so viel wie in den Vorjahren. Erstmals seit 3 Jahren überstiegen sie wieder die Leistungen. Treiber für das Wachstum waren einige große Übertragungen auf drei Wettbewerbs-Pensionsfonds.

Das Kapitalanlagevolumen der deutschen Pensionsfonds ist in 2015 um gut 6 Prozent auf 32,4 Milliarden Euro angewachsen, davon 30,2 auf Rechnung und Risiko der Arbeitgeber und -nehmer und der Rest für Rechnung und Risiko der Pensionsfonds. 16 Fonds verwalten ein Anlagevolumen von mindestens 500 Millionen Euro. Die Hälfte davon sind Betriebs-Pensionsfonds, allein die vier größten verwalten fast zwei Drittel aller Assets.

Die Kapitalanlagen auf Rechnung und Risiko der Arbeitgeber und -nehmer werden zu Zeitwerten bilanziert. Die Berechnung einer Nettoverzinsung hat hier wenig Aussagekraft. Die unter Berücksichtigung nicht realisierter Gewinne und Verluste errechnete Performance betrug im (gleichgewichteten) Mittel aller Pensionsfonds mit einem Mindestanlagevolumen von 100 Millionen Euro in 2015 knapp 3 Prozent (Vorjahr 7,6). Die Spreizung zwischen dem schlechtesten (0,5) und besten Ergebnis (9,2) ist ausgeprägt. Über den Zeitraum der letzten acht Jahre ergibt sich auf Basis der einzelnen Jahresdurchschnittswerte eine Rendite von 4,3 Prozent, die beiden größten Pensionsfonds erreichten über 6 Prozent.

Die Unternehmens-Pensionsfonds haben im Mittel rund 60 Prozent ihrer Assets festverzinslich angelegt. Die Aktienquote liegt seit Jahren bei 25-30 Prozent, wobei ein Pensionsfonds sein Aktienexposure in 2015 nahezu komplett abgebaut hat. Alternatives werden sehr individuell eingesetzt: Immobilien konnten nur bei zwei Unternehmens-Pensionsfonds identifiziert werden, weitere Alternatives bei zwei Einrichtungen, wobei ein Fonds eine nennenswerte Allokation von 10 Prozent in Hedge Fonds besitzt.

Die Betriebs-Pensionsfonds legen bei der Berechnung der Mindestdeckungsrückstellung durchschnittlich einen Rechnungszins von 3,5 Prozent zugrunde, dabei variieren die Werte von 2,18 bis 5,0.

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