12.07.2018 | Von MANFRED MÖNCH

Update Lebensversicherungsunternehmen Juni 2018 (Teil 2)

Update* Lebensversicherungsunternehmen * Auf Basis der Ergebnisse von 60 LVU mit einem Anlagevolumen von fast 850 Milliarden Euro

Die Nettoverzinsung liegt bei Lebensversicherungsunternehmen seit 2012 vor allem wegen der Auflösung stiller Reserven zur Finanzierung der Zinszusatzreserve auf einem künstlich hohen Niveau. Das Gesamtvolumen der Reserve erhöhte sich 2017 um ein Drittel auf fast 60 Milliarden Euro.

So lag die Nettoverzinsung wie im Vorjahr bei knapp 4,4 Prozent. Das Niveau reicht insbesondere abhängig vom Ausmaß der Aufdeckung stiller Reserven je nach Gesellschaft von 2,9 bis 6,1 Prozent. Einen realistischen Wert erhält man mit Blick auf die Krankenversicherungsunternehmen, die – ohne umfassende Auflösung stiller Reserven – 2017 durchschnittlich eine Nettorendite von rund 3,4 Prozent erzielten.

Die laufende Durchschnittsverzinsung – ohne Berücksichtigung außerordentlicher Erträge und Aufwendungen – ist 2017 weiter auf durchschnittlich rund 3,1 Prozent gesunken, wobei der Wert aufgrund teilweise einfließender Masterfondsergebnisse etwas überhöht ist.

Die stillen Reserven sind aufgrund der Zinsentwicklung und der gezielten Auflösung 2017 absolut um mehr als zwölf Prozent gesunken. Auf Basis von Marktwerten lag das Renditeniveau gleichgewichtet deshalb deutlich unterhalb der Nettoverzinsung bei knapp 2,2 Prozent (Vorjahr > 5 Prozent). Hier reichten die Einzelergebnisse von -0,3 bis fast 8 Prozent.

Um eine weitere Milliarde gesunken wie in den Vorjahren sind die Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen (RfB). Sie machen Ende 2017 weniger als sechs Prozent der Deckungsrückstellung aus. 2011 lagen sie noch um sechs Milliarden höher und deckten mehr als acht Prozent der Deckungsrückstellung ab. Rund die Hälfte der RfB ist ungebunden.

Erhöht haben sich hingegen die Gewinnrücklagen um eine halbe auf rund neun Milliarden Euro oder gut ein Prozent der Deckungsrückstellung.

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