Off-Market-Immobilientransaktionen erzielten 2018 ein Transaktionsvolumen von 40 bis 70 Milliarden Euro. Das ist das Ergebnis der HPBA Off-Market Studie 2019.

Off-Market-Immobilientransaktionen erzielten 2018 ein Transaktionsvolumen von 40 bis 70 Milliarden Euro. Damit bestätigt die zweite HPBA Off-Market-Studie in Kooperation mit der bulwiengesa AG das Ergebnis vom vergangenen Jahr. Die Befürwortung von Off-Market-Transaktionen fällt mit 98 Prozent ähnlich wie im Vorjahr sehr hoch aus. Demgegenüber steht in diesem Jahr die beinahe noch prägnantere Zahl von 29 Prozent an Marktteilnehmern, die an Bieterverfahren nicht teilnehmen oder sie explizit ablehnen.

“Für mich persönlich ist dies die wichtigste Erkenntnis, die sich aus den Befragungsergebnissen ableiten lässt: Mit Off-Market-Modellen werden Investorengruppen erreicht, die nicht an konventionellen On-Market-Transaktionen teilnehmen”, erklärt John Amram, Gründer und Geschäftsführer von HPBA.

Die aktuelle HPBA Off-Market-Studie beleuchtet einerseits neue Aspekte des Marktes und zeigt andererseits Trendentwicklungen gegenüber der vorangegangenen Studie aus dem Jahr 2018. “Mit der weltweit ersten wissenschaftlichen Studie über die Vor- und Nachteile von Off-Market-Transaktionen im Vergleich zu konventionellen On-Market-Modellen im Jahr 2018 haben wir erstmals statistische Informationen über dieses Marktsegment gewonnen. Die Kernergebnisse der ersten Studie und das große mediale Interesse dafür waren für uns Ansporn, dieses Jahr noch detaillierter nachzufragen”, sagt Andreas Schulten, Vorstand bei bulwiengesa.

31 Prozent der Befragten führen Share Deals durch

Eine zentrale Erkenntnis aus den neu eingeführten Fragen ist die Tatsache, dass 31 Prozent der von den befragten Investoren durchgeführten Transaktionen als Share Deals anstelle von grundbuchrechtlich dokumentierten Asset-Deals durchführen. Dieser Wert ist mit dem spezifischen Panel der Studie weitgehend repräsentativ für den deutschen institutionellen Immobilienanlagemarkt.

Anteil an Marktteilnehmern mit positiver Abschlussquote bei Off-Market-Transaktionen gestiegen

Der Anteil an Marktteilnehmern mit positiver Abschlussquote bei Käufern und Verkäufern ist für Off-Market-Modelle im Vergleich zur ersten HPBA Off-Market-Studie nochmals deutlich gewachsen: 68 Prozent der Käufer und 75 Prozent der Verkäufer erreichen durch Off-Market-Modelle eine Erfolgsquote von mehr als 50 Prozent. Damit fällt der Unterschied zu klassischen On-Market-Modellen deutlicher als im vergangenen Jahr aus: Bei den Käufern liegt der Anteil positiver Abschlussquote um 40 Prozentpunkte, bei den Verkäufern um 26 Prozentpunkte höher.

Investoren akzeptieren höhere Verkaufspreise 

Im Vergleich zur ersten HPBA Off-Market-Studie hat sich der Anteil der Marktteilnehmer, die bereit sind, höhere Preise zu bezahlen, um 7,8 Prozentpunkte auf 84,8 Prozent gesteigert. Mehr als 43 Prozent der Befragten würden sogar ein Preisdelta zwischen 5 und 7,5 Prozent akzeptieren. Dabei ist das Preisdelta im Gesamtvergleich stabil geblieben.

Auf Käufer- und Verkäuferseite fällt die Zufriedenheitsquote bei Off-Market-Transaktionen 17 Prozentpunkte höher aus als bei On-Market-Verfahren. Auch der Anteil der “sehr unzufriedenen” Antworten fällt deutlich geringer aus als bei konventionellen On-Market-Transaktionen.

Repräsentativität der Zweiten HPBA Off-Market-Studie

Für die aktuellen Ergebnisse befragten bulwiengesa und HPBA wie im Vorjahr ein Panel von 700 Teilnehmern aus allen Bereichen der professionellen Immobilienmärkte. Die hohe Repräsentativität der befragten Unternehmen für den deutschen Immobilienmarkt ergibt sich aus den bereits in der ersten Studie erhobenen Assets under Management und den erstmals erhobenen Investorentypen. Insgesamt decken die befragten Unternehmen rund 100 Milliarden Euro Immobilienvermögen ab – mit einer großen Spannweite zwischen Vermögen mit weniger als 100 Millionen Euro bis hin zu Vermögen über zehn Milliarden Euro. Zusätzlich zum verwalteten Vermögen wurde 2019 der Investorentypus erhoben, der sich nun – ebenfalls repräsentativ für den professionellen, anlageorientierten Immobilienmarkt – von Immobilienfonds (24,4 Prozent) über Projektentwickler (18,3 Prozent) und Family Offices (14,2 Prozent) bis hin zu börsennotierten Immobilienaktiengesellschaften (4,0 Prozent) erstreckt.

Definition für Off-Market-Immobilientransaktionen

Off-Market-Immobilientransaktionen sind bisher kaum bis wenig definiert. Die jährliche HPBA-Off-Market-Studie liefert seit 2018 erstmals in Deutschland konkrete Zahlen zum Off-Market-Segment. Die Definition, die bulwiengesa und HPBA nutzen, lautet:

„Eine Off-Market-Transaktion bezeichnet in der Immobilienwirtschaft den Handel eines oder mehrerer Objekte in Form eines Verkaufs oder Swap-Deals, der sich – im Gegensatz zu strukturierten Bieterverfahren oder Vermarktungen über Vermittlungsplattformen – unter Ausschluss der Öffentlichkeit vollzieht. Der Handel erfolgt dabei auf Grundlage der gezielten Ansprache eines kleinen Investorenkreises oder exklusiver bilateraler Verhandlungen mit nur einem potenziellen Käufer durch den Verkäufer selbst oder durch einen spezialisierten Off-Market-Berater. In einem nicht formalisierten Prozess kann das Verfahren hinsichtlich Transaktionsvolumen, Vertragsmodalitäten und Zeitrahmen nach den individuellen Bedürfnissen des Käufers und/oder Verkäufers flexibel gestaltet werden.“

 

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