27.11.2018 | Von BERNHARD RAOS

Rabenschwarzer September für Hedge-Funds

Im September sind knapp 40 Milliarden Dollar aus Hedge-Fonds abgeflossen. Fast alle Zuwächse in diesem Jahr sind damit weg.

Das Auf und Ab an den Märkten hinterlässt auch bei Hedgefonds seine Spuren: Noch im August registrierte die Barclay Hedge-Datenbasis, die mehr als 5.000 Hedgefonds weltweit erfasst, ein All Time High mit Zuflüssen von 21,5 Milliarden Dollar. Einen Monat später war es mit der Herrlichkeit vorbei. Insgesamt 39,1 Milliarden Dollar flossen demnach ab – der schlimmste Monat seit fünf Jahren. Auf Jahresbasis resultierte nach neun Monaten ein mageres Plus von 0,1 Prozent.

Sol Waksman, Präsident von Barclay Hedge, nennt die Gründe für den Krebsgang der Asset-Klasse: Hedgefonds-Investoren seien skeptisch infolge steigender Zinsen und US-Defizite sowie dem schwächeren Wachstum in China, das auch auf die Schwellenländer abfärbe.

Nicht alle Hedgefonds-Strategien und Regionen waren gleich betroffen: Sektor-spezifische Fonds verzeichneten im September mit 15,8 Milliarden Dollar bedeutende Zuflüsse, während aus Makro-Fonds insgesamt 12,1 Milliarden Dollar abflossen. Das sind immerhin 5,5 Prozent der Assets. Vor allem amerikanische und britische Hedge-Fonds samt ihren Off-Shore-Plätzen mussten im September bluten. Investoren zogen 36,1 Milliarden Dollar aus US-Vehikeln ab und britische Hedge-Fonds verloren 11,6 Milliarden Dollar. Hedge-Fonds im übrigen Europa hatten Abflüsse von 2,8 Milliarden Dollar zu verkraften.

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