09.07.2018 | Von BERNHARD RAOS

Spezialisierung bringt Marge

Das Schweizer Asset Management profiliert sich in Nischen und verdient damit gutes Geld.

Im letzten Jahr wuchsen die verwalteten Vermögen von Schweizer Asset Managern um 12 Prozent auf stattliche 2,2 Billionen Franken. Neugelder trugen dazu knapp fünf Prozent bei; die durchschnittliche Performance lag bei 7,6 Prozent. Diese Eckwerte sind einer aktuellen Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen der Hochschule Luzern zum Schweizer Asset Management zu entnehmen, die in Zusammenarbeit mit der AM-Plattform Schweiz erstellt wurde.

Mit total 45.000 Beschäftigten, inklusive Auditing, Marketing und Vertrieb, ist die AM-Branche auch ein bedeutender Arbeitgeber. Beherrscht wird die Szene von aktiven Managern, die es auf knapp 80 Prozent bringen. Nur zwei Prozent der helvetischen Asset Manager setzen ausschliesslich auf passives Management und 17 Prozent auf eine Kombination der Anlagestile.

Das Geschäftsmodell der aktiven Manager basiert auf Performancegebühren und einem hohen Spezialisierungsgrad mit Multi Asset, Rohstoffen, Immobilien, Privatmarkt, Infrastruktur, Katastrophenbonds, Hedgefonds und dergleichen mehr.

Die Studie attestiert der Branche sowohl den Mut zur Nische als auch zu Innovationen. Sie nennt Ross und Reiter: So hätten sich beispielsweise Fisch Asset Management und Aganola auf Wandelanleihen spezialisiert, die Partners Group auf Privatmarktanlagen und Responsability sowie Blue Orchard seien weltweit führend in Mikrofinanz.

Die Spezialisierung erleichtere die Kundenakquisition, verspreche höhere Margen und mindere den harten Wettbewerbsdruck, wie ihn die grossen Asset Manager in den letzten Jahren schmerzlich zu spüren bekamen. Ein Beleg dafür ist die Fusion von Aberdeen Asset Management und Standard Life.

In der Kategorie der aktiven Manager versprechen alternative Anlagen die höchsten Margen. Die Studie illustriert dies mit einem Vergleich der Partners Group aus dem Kanton Zug und Blackrock, dem weltweit grössten Asset Manager: Die Partners Group verwaltet 70 Milliarden Franken Kundenvermögen und ist an der Börse mit gut 19 Milliarden Franken bewertet. Blackrock verwaltet mit 6,3 Billionen Dollar rund 85-mal mehr Vermögen als die Innerschweizer und bringt es auf eine Börsenkapitalisierung von 87 Milliarden Dollar. Das ist nur 4,5-mal mehr.

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