Zuständig für den viel beachteten Greenwich Report ist Lydia Vitalis, die seit 20 Jahren die Branche beackert. dpn hat sie nach der Stimmung unter Investoren befragt.

Einmal im Jahr befragt die spezialisierte US-Unternehmensberatung hierzulande mehr als 200 institutionelle Investoren zu ihren Einschätzungen von Anbietern und Märkten. Das Ergebnis wird für teuer Geld verkauft, selbst für eine eher kleine Teilstudie wie „German Investment Management Product Demand & Fees“ mit einem Umfang von 69 Seiten wird ein Preis von 5.000 Dollar aufgerufen.

Der Greenwich Report bietet den Asset Managern in Deutschland eine wichtige Standortbestimmung. Verantwortlich für Deutschland bei Greenwich Associates zeichnet seit mehr als einem Jahr Lydia Vitalis. Sitz in der City of London in einem kleinen, aber feinen Büro in Basinghall Street – nur drei Minuten von der U-Bahnstation Bank entfernt.

Die studierte Geografin hat ihr ganzes Berufsleben in der Branche verbracht. 18 Jahre hat sie bei Häusern wie J.P.Morgan, BlackRock und Citi in der Produktentwicklung gearbeitet. Dazu muss sie das Ohr am Markt haben.

Mindestens einmal im Monat fliegt Vitalis inzwischen nach Deutschland. Die Stimmung am Markt kennt sie gut – nicht zuletzt durch die Umfragen, die ihr Team jedes Jahr durchführt. Die Ergebnisse des diesjährigen Surveys zeigen die Richtung auf, in die Institutionelle in den nächsten Jahren gehen. So wollen 18 Prozent den Anteil an europäischen Staatsanleihen reduzieren, während bei Emerging Markets Bonds der Boom ungebrochen scheint. 28 Prozent wollen auf Sicht von drei Jahren mehr in EMD investieren.

Die Greenwich-Frau beobachtet in Deutschland ein Element der Frustration: „Die Investoren sind in einem Dilemma zwischen den erforderlichen Renditen und den Behinderungen auf dem Weg, diese Renditen zu erreichen.“

Die Bewegung weg von traditionellen Euroanleihen erhöht aus ihrer Sicht die Chancen für externe Manager. „Es ist un-wahrscheinlich, dass bei allen Investoren, die jetzt Interesse bekunden, Kapazitäten für Emerging Markets Debt bestehen.“ Positiv aus ihrer Sicht: „Investoren sind heute weniger zurückhaltend, neue und unkonventionelle Investment-Ansätze in Erwägung zu ziehen. Sie müssen jede mögliche Option prüfen, Rendite zu erzielen.“

Vitalis ist erfahren genug, um nicht jede Investorenmeinung für bare Münze zu nehmen. „Ich bin skeptisch bei alternativen Investments. Investoren erzählen uns von einem wachsenden Interesse, doch das haben wir schon oft gehört. Aber es gibt einen großen Unterschied zwischen dem Wunsch und der Wirklichkeit.“

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