Die Preise von Schweizer Luxusimmobilien sind 2020 mehr als doppelt so stark gestiegen wie im breiten Eigenheimmarkt. Der Höhenflug dürfte vorerst anhalten.

Die Corona-Pandemie hat einen Boom in der Nachfrage nach Luxusimmobilien ausgelöst. Die Transaktionszahl ist im vergangenen Jahr um mehr als die Hälfte gegenüber dem Vorjahr gestiegen und liegt damit etwa dreimal so hoch wie ihr fünfjähriger Durchschnitt. Das geht aus dem «UBS Luxury Property Focus 2021» hervor. «Der Nachfrageüberhang liess die Preise im Luxussegment vergangenes Jahr um 9 Prozent in die Höhe schnellen, deutlich mehr als die 4,4 Prozent im durchschnittlichen Schweizer Eigenheimmarkt», bestätigt UBS-Ökonomin und Immobilienexpertin Katharina Hofer.

Investments garantieren eine starke Vermögensentwicklung

Einer der Gründe für den Nachfrageboom liegt in der positiven Entwicklung der Finanzmärkte, die das Vermögen der Käufer von Schweizer Luxusimmobilien anschwellen liess. Angesichts der unsicheren konjunkturellen Entwicklung im ersten Corona-Jahr 2020 ist die Werthaltigkeit solcher Investments besonders gefragt. Tatsächlich stiegen die Preise für luxuriöse Liegenschaften innerhalb der letzten zehn Jahre im Durchschnitt um mehr als ein Drittel an. In einigen Schweizer Gemeinden haben sich die Werte sogar verdoppelt.

Schweiz ist für internationale Investoren attraktiv

Zur erhöhten Nachfrage trägt auch ein stärkeres Interesse aus dem Ausland bei. Die Schweizer Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie waren weitaus weniger restriktiv als beispielsweise in Frankreich, Italien oder Grossbritannien, also in Ländern, aus denen ein Grossteil der ausländischen Nachfrage nach Schweizer Luxusimmobilien stammt. Anders als mancherorts im Ausland ist in der Schweiz das Risiko höherer Steuern für Vermögende dank einer stabilen Fiskalpolitik überschaubar. «Letztlich dürfte auch das gute hiesige Gesundheitssystem in Zukunft als wichtiges Kriterium bei der Wohnsitzwahl wahrgenommen werden», ergänzt Katharina Hofer.

Genferseeregion erfährt einen Goldrausch

Der teuerste Luxusimmobilienmarkt innerhalb der Schweiz ist die Genferseeregion. Etwa in den Luxusgemeinden in der Nähe von Genf sind die Preise innert Jahresfrist durchschnittlich um rund 16 Prozent gestiegen. In der Gemeinde Cologny am Genfersee sind Luxusimmobilien ab 36.000 Franken pro Quadratmeter ausgeschrieben. Für eine 400-Quadratmeter-Villa ist dementsprechend mit einem Kaufpreis von mehr als 14 Millionen Franken zu rechnen.

Berggemeinden sind als Zweitwohnsitz stark gefragt

Auch Luxusimmobilien in den Berggemeinden haben sich mit 10 Prozent im zweistelligen Prozentbereich verteuert. Auf dem Zweitwohnungsmarkt sind die teuersten Liegenschaften in Gstaad im Berner Oberland zu finden, wo Quadratmeterpreise über der 30.000-Franken-Marke keine Seltenheit sind. Im Oberengadin fängt das Luxussegment bei einem nur unwesentlich tieferen Niveau an.

Die Preisanstiege im Luxussegment der sonst so begehrten Zürichseeregion und in der Zentralschweiz waren dagegen mit durchschnittlich 6 Prozent moderater.

Höhenflug dürfte anhalten

Die aktuellen Nachfragetreiber dürften vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Erholung auch in der zweiten Jahreshälfte erhalten bleiben. «Preisanstiege wie im vergangenen Jahr sind im Luxusimmobilienmarkt weder Seltenheit noch Dauerzustand», weiss Katharina Hofer. Deshalb könne auf ein zweistelliges Preiswachstum ein ebenso starker Rückgang folgen. «Ein solcher zeichnet sich momentan jedoch nicht ab», sagt die Ökonomin. Demnach ist weiterhin mit überdurchschnittlich vielen Transaktionen und lokalen Preissteigerungen zu rechnen – wenngleich mit abgeschwächter Dynamik.

Die potenzielle Nachfrage wird tendenziell höher bleiben als vor der Corona-Pandemie und damit das Preisniveau auch über das laufende Jahr hinaus stützen, ist Hofer überzeugt: «Wer auf globalen Luxusmärkten nach einem Ort mit stabilen Institutionen und etablierten Luxusstandorten sucht, dürfte die Schweiz vermehrt ins Auge fassen.»

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