Mehr Private Equity und Infrastrukturinvestments – schwedische Pensionsfonds lockern die Anlagerichtlinien und erwarten mehr Rendite.

In Schweden wird das Pensionsfondssystem überarbeitet. Die Zahl der Fonds, aus denen die Beitragszahler auswählen können, wird auf drei verringert. Damit sollen Verwaltungskosten gespart werden. Zudem werden die Anlagerichtlinien so gelockert, dass die Fonds bis zu fünf Prozent des Vermögens in Private Equity halten können und als neue Asset-Klasse werden Infrastruktur-Investments zugelassen. Die Vorschläge der Regierung fliessen nun in den Gesetzgebungsprozess ein und die neuen Richtlinien sollen ab 2016 gelten.

Es ist die Antwort auf die unbefriedigende Performance der schwedischen Pensionsfonds über die letzten 10 Jahre, welche die erwartete Ziel-Rendite von 4 Prozent insgesamt nicht erreichten. Der Teilfonds AP6, der stärker in Private Equity investiert ist, schnitt da mit einer durchschnittlichen Performance von 5,6 Prozent deutlich besser ab.

Schwedens Pensionsfonds verwalten insgesamt ein Rentenvermögen von umgerechnet rund 126 Milliarden Euro. Sie sind der kleinere Teil der obligatorischen Altersvorsorge. Zur Erklärung: Hauptkomponente des staatlichen Alterssicherungssystems ist eine einkommensbezogene Altersrente, die sich aus zwei Töpfen speist. Im grösseren Topf werden jährlich 16 Prozent des rentenbegründenden Einkommens auf einem Individualkonto angesammelt. Allerdings nicht kapitalgedeckt, sondern fiktiv im Umlageverfahren. Der kleinere Topf ist kapitalgedeckt und wird mit weiteren 2,5 Prozent des rentenbegründenden Einkommens gefüllt. Daraus gibt es eine Prämienrente, wobei der Versicherte zuvor nach seinen Risikopräferenzen aus den vorgegebenen Pensionsfonds auswählen konnte. Wer selber keinen Fonds auswählt, dessen Beiträge landen in einem Standardfonds.

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