Institutionelle Anleger haben ihre Strategien im Risikomanagement seit der Finanzkrise kaum verändert.

Die drei am häufigsten eingesetzten Risikomanagement-Strategien vor der Finanzkrise waren Diversifikation über Asset-Klassen, geografische Diversifikation und Durations-Management. Das ist heute nicht anders, wie die aktuelle RiskMonitor-Umfrage von Allianz Global Investors zeigt. Befragt wurden im ersten Quartal dieses Jahres weltweit 755 institutionelle Investoren mit einem Gesamtanlagevermögen von rund 24 Billionen Euro.

Dabei geben 62 Prozent der Befragten an, dass ihr Risikomanagement zu wenig Schutz vor massiven Wertverlusten geboten hat. Eine Mehrheit der befragten Institutionen ist denn auch folgerichtig auf der Suche nach einer besseren Balance von Risiko und Rendite, um abrupte Abwärtsbewegungen zu vermeiden. 54 Prozent  haben zusätzliche Mittel dafür locker gemacht.

Volatile Zeiten

Doch Garantien gibt es nicht, wie Neil Dwane, Global Strategist AllianzGI, festhält: „Anleger müssen sich mit einer Welt auseinandersetzen, in der die durchschnittliche Marktrendite niedriger und die Volatilität höher als in der Vergangenheit ausfällt. In diesem Umfeld müssen Investoren Risiken eingehen und ihre Portfolios sehr aktiv managen, um ihre Anlageziele zu erreichen.“

Die Ergebnisse der RiskMonitor-Umfrage zeigen jedoch, dass viele Investoren sich nur bedingt in der Lage sehen, Risiken in steigenden und fallenden Märkten gleichermassen effektiv zu managen. Das fordert vor allem das Asset Management. Es muss Produkte anbieten, die Rendite bringen ohne zu viel Volatilität. „Die kommenden Monate und Jahre werden mit Sicherheit ein Lackmustest für die wachsende, neue Generation der Multi Asset Lösungen“, sagt Dwane.

Vor allem die Marktvolatilität treibt die Investoren um. Sie haben sich mehrheitlich darauf eingestellt, dass 2016 ein holpriges Jahr für Anleger bleiben wird. 77 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass das Aktienmarktrisiko die Rendite ihres Portfolios beeinträchtigen könnte. Zinsrisiko, Ereignis-Risiko (beide 75 Prozent) und Währungsrisiken (74  Prozent)  wurden als ähnlich wichtig erachtet.

Trotzdem Risikoappetit

Was aber nicht heisst, dass die Anlagestrategie defensiv ausgerichtet ist. Oberstes Anlageziel ist so etwas wie der Stein der Weisen –  die Maximierung der risikoadjustierten Rendite. Mit 29 Prozent bzw. 28 Prozent stehen US-Aktien und europäische Aktien in diesem Jahr wieder ganz oben auf der Kaufliste institutioneller Investoren. Auch institutionelle Investoren in Deutschland  ticken da nicht anders: 60 Prozent wollen ihre Positionen in europäischen Aktien ausbauen. 27 Prozent setzen auf hochverzinsliche Unternehmensanleihen und ein Viertel der Befragten auf Private Equity. Gleichzeitig wollen 43 Prozent ihre Schwellenländeraktien reduzieren.

Widersprüchliches zeigen die Antworten zum Dauerbrenner „aktiv oder passiv“. Obwohl die Befragten ihre Gelder zu zwei Dritteln aktiv managen und den Anteil auch in den kommenden drei Jahren kaum verändern wollen, sind nur 42 Prozent überzeugt, dass aktiv gemanagte Strategien in Phasen erhöhter Volatilität besseren Schutz gegen Verluste bieten.

Der vollständige Report steht zum Download bereit unter: www.allianzgi.com/riskmonitor

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