Das Transaktionsgeschehen am Industrie- und Logistikimmobilieninvestmentmarkt Deutschland verhält sich eher zurückhaltend.

Der deutsche Investmentmarkt für Industrie- und Logistikimmobilien verzeichnete ein Transaktionsvolumen von 6,04 Milliarden Euro in Q1 2022. Das wären 33 Prozent mehr als im Vorjahr.

Aufgrund mehrerer Entwicklungen wie unter anderem der gestiegenen Unsicherheit infolge des Kriegs in der Ukraine, rekordhoher Inflationsraten und zuletzt deutlich gestiegener Finanzierungskosten, fiel das Transaktionsvolumen in Q2 deutlich geringer aus. Der Großteil des Investitionsvolumens – 4,3 Milliarden Euro – entfiel jedoch auf Q1 2022.

In Q1 stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sowohl die Portfolioquote (um 14 Prozentpunkte auf 58 Prozent) als auch der Anteil internationaler Investoren (um acht Prozentpunkte auf ebenfalls 58 Prozent). Aber auch dabei zeigten sich in Q2 Veränderungen – es wurden weniger Portfolios und vermehrt Einzelassets gehandelt. Diese und weitere Ergebnisse gehen aus einer aktuellen Studie des Immobiliendienstleisters CBRE hervor.

„Der Industrie- und Logistikimmobilieninvestmentmarkt hat sich im zweiten Quartal merkbar abgekühlt. Dennoch befand sich der Quartalsumsatz auf einem Niveau, das es in den vergangenen Jahren bereits in verschiedenen Quartalen zu beobachten gab – und zwar nicht nur direkt nach dem Ausbruch der Coronapandemie“, sagt Kai Oulds, Head of Logistics Investment bei CBRE in Deutschland.

„Aufgrund der verschiedenen exogenen Risiken nimmt die Unsicherheit bei den Investoren zu und sorgt so für ein derzeit starkes Auseinanderfallen der Verkaufspreisvorstellungen und den Gebotspreisen. Das erschwert momentan das Pricing und es wird angesichts der konjunkturellen Eintrübung auch noch eine gewisse Zeit dauern, bis hier der Markt sein neues Gleichgewicht gefunden haben wird “, sagt Kristine Kühn, Director Valuation Advisory Services bei CBRE. „Klar ist jedoch, dass die eingeleitete Zinswende die Immobilienrenditen steigen lässt.“ So ist die Spitzenrendite für Logistikimmobilien verglichen mit dem zweiten Quartal 2021 zwar um 0,1 Prozentpunkte auf 3,15 Prozent zurückgegangen, aber seit dem ersten Quartal 2022 um 0,15 Prozentpunkte gestiegen.

„Trotz des neuen Zinsumfelds gibt es weiterhin eine Vielzahl an Investoren, die an Ankäufen interessiert ist. Der Markt ist also liquide, wenngleich die Investoren die sich Ihnen bietenden Opportunitäten intensiver prüfen und entsprechend vorsichtiger agieren. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das Anlagekapital zuletzt zurückgegangen und mit dem Niveau direkt nach Beginn der Coronapandemie vergleichbar ist“, sagt Dr. Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland. „Trotz der erschwerten Fremdfinanzierung hat sich die Situation für einige Entwickler zuletzt sogar verbessert – denn der Anstieg der Baukosten ist vorerst zum Erliegen gekommen. So gaben die Holzpreise zuletzt nach und der Preis für Stahl hat sich stabilisiert.“

Oulds findet es schwierig abzusehen, ob der deutsche Industrie- und Logistikimmobilieninvestmentmarkt bis zum Jahresende die Zehn-Milliarden-Euro-Marke knacken wird. „Die Flächennachfrage der Nutzer ist weiterhin groß und trifft auf ein sehr begrenztes verfügbares Angebot, das auch durch aktuelle spekulative Entwicklungen nur begrenzt steigen kann. Deswegen setzen viele Investoren weiterhin auf steigende Mieten“, resümiert Linsin.

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