26.03.2019 | Von Olivia Harder

Absolute Return ist nicht gleich Absolute Return

Absolute-Return-Strategien versprechen Marktunabhängigkeit und damit verbunden fixe und jederzeit positive Renditen. Faktisch erzielen aber auch Absolute-Return-Portfolios negative Wertentwicklungen. Was kennzeichnet denn jetzt Absolute Return? Delta Management Consulting bringt Licht ins Dunkel.

Eigentlich verbindet Absolute-Return-Ansätze miteinander, dass sie jederzeit eine fixe und positive Rendite einfahren sollen, gerade weil sie marktunabhängig und dementsprechend nicht anfällig für ökonomische Schwankungen sein sollen. Tatsächlich hat der Investmentberater Delta Management Consulting aber herausgefunden, dass auch Absolute-Return-Anlagen in einem volatilen Marktumfeld durchaus negative Renditen verbuchen können.

Das wirft die Frage auf, wie genau Absolute-Return-Investments zu definieren sind. Um hierauf eine Antwort zu finden, hat das Beratungshaus von 2016 bis 2018 47 Asset Manager, die über 105 unterschiedlichste Absolute-Return-Strategien verfügen, zu ihren Zielrenditen sowie der historischen Volatilität und der Benchmark-Zuordnung ihrer Produkte befragt. Delta Management Consulting erhoffte sich hiermit, Aufschluss über den Zusammenhang von Anlagestrategie und Rendite zu erhalten.

Absolute Return macht auch negative Wertentwicklung

Das Ergebnis der Umfrage ist erstaunlich: In den drei Jahren erzielten die Asset Manager zwar eine durchschnittliche Jahresrendite von 1,5 Prozent, in der ganzen Bandbreite lagen die Werte allerdings zwischen -17 und 24 Prozent.

13 Prozent der Strategien mussten negative Wertentwicklungen verbuchen, mehr als die Hälfte musste sich mit einer jährlichen Rendite von 0 bis 2,5 Prozent zufrieden geben. Nur gut ein Drittel durfte sich über eine jährliche Durchschnittsrendite von mehr als 2,5 Prozent freuen. Damit liegt der Jahresdurchschnitt zwar bei 1,53 Prozent, schwankt aber je nach Strategie zwischen -6 und 8 Prozent.

Schaut man sich das vergangene Jahr isoliert an, ist das Ergebnis noch schlechter: 2018 lag die durchschnittliche Rendite bei -3,4 Prozent, dabei entwickelten sich fast 90 Prozent der Strategien ins Minus. Von den schlechten Performern erlitten sogar 20 Prozent einen Einschnitt von mehr als -5 Prozent.

Blick auf Zielrenditen und historische Volatilität hilfreich

Diese Zahlen lassen darauf schließen, dass die Strategien zwar Absolute Return heißen, tatsächlich aber nicht immer absolute, positive Renditen erzielen. Zudem zeigen die Zahlen, dass Absolute-Return-Anlagen nicht marktunabhängig sind: Sie orientieren sich zwar nicht an einer Benchmark, trotzdem seien sie der Volatilität des Marktes ausgesetzt, interpretiert Delta Management Consulting.

Strenggenommen sage Absolute Return nichts über die Kennzahlen einer Investmentstrategie aus, und auch statistisch ließen sich keine Rückschlüsse von einer gewählten Strategie auf die Performance des Portfolios ziehen, fasst die Investmentberatung zusammen. Bleibt nun unbestimmt, was es mit Absolute Return auf sich hat?

Um doch ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, schlägt das Beratungshaus vor, bei Anlagestrategien auf die angegebenen Zielrenditen und die historischen Volatilitäten zu schauen, denn diese weisen zumindest auf eine Strategie hin. Unterscheiden sollte man laut den Beratern letztlich defensive und offensive Anlagestrategien: Defensive Investments brächten eine Zielrendite bis 3 Prozent, können aber auch in dem Maße volatil sein. Offensive Strategien lägen mit ihren Werten ein wenig höher, nämlich oberhalb der 4-Prozent-Grenze.

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