Private Market-Fonds konnten ihr Volumen seit der globalen Finanzkrise nahezu verdreifachen – die Marktbedingungen ändern sich aktuell und bringen neue Chancen wie auch Risiken mit sich.

Die Marktbedingungen der Private Markets ändern sich zwar momentan und bringen neue Chancen aber auch Risiken mit sich, seit der Finanzkrise konnte das Segment sein Volumen jedoch rund verdreifachen. Mehr als 35 Prozent des in den USA durch Anleihen oder Aktien neu aufgelegten Kapitals stammte im vergangenen Jahr aus den Private Markets.

Private Market-Fonds konnten ihr Volumen seit der globalen Finanzkrise nahezu verdreifachen.

Diese und die folgenden Informationen stammen aus einer aktuellen Studie zum Thema Megatrends von PGIM. Die Studie wurde durch PGIM durchgeführt und basiert auf Analysen von mehr als 40 Anlageexperten aus den Bereichen Private Alternatives, Immobilien, Fixed Income und Aktien sowie unter Beteiligung von mehr als einem Dutzend führender Wissenschaftler, Investoren und Marktforschern.

Für Anleger verschwimmen die Grenzen zwischen privaten und öffentlichen Vermögenswerten immer mehr. Somit müssen sie Liquiditätssorgen angehen und auch noch unbekannte Sparten der privaten Märkte erkunden.

Rückzug aus risikoreichen Gefielden

„Die steigende Wahrscheinlichkeit in den USA, Europa und den Schwellenländern, eine harte Landung zu erleben, wird der erste Härtetest seit der globalen Finanzkrise sein. Entscheidend ist, ob Finanzinstitute aus dem Nichtbankensektor das Risiko diversifiziert und ein fundiertes Marktbild erstellt haben, oder ob sie neue, versteckte Risikoherde geschaffen haben“, erklärt Shehriyar Antia, Head of Thematic Research bei PGIM.

Banken und Finanzunternehmen haben sich verstärkt aus dem Umfeld der risikoreichen Investments zurückgezogen. Dadurch hat sich die Anfrage nach direkter Kreditvergabe durch private Kreditfonds erhöht. Im Vergleich waren es im Jahr 2006 noch weniger als 10 Milliarden US-Dollar, während der Wert 2021 auf 400 Milliarden US-Dollar gestiegen ist.

Im letzten Jahrzehnt ist eine Vielzahl an Fintech Kredit-Plattformen entstanden, die Privatpersonen und kleinen Unternehmen unbesicherte Kredite anbieten und diese dann in Asset-Backed Securities (ABS) verbriefen. Jedoch haben Kreditverluste und Ausbuchungen bei „Buy-now, pay-later“-Krediten bereits bei einigen ABS-Emittenten zu höheren Finanzierungskosten geführt. Hier kommen dadurch Zweifel bezüglich der Glaubwürdigkeit des Geschäftsmodells auf.

Überschneidungen und Wechselwirkungen

Über 70 Prozent des direkten Kreditvolumens machen inzwischen Private-Equity und gesponserte Kredite aus, unter welchen ein Großteil auf größere Transaktionen entfällt.

„Diese neue Dynamik der Private Markets ist zwar komplex, bietet dafür aber für langfristige, erfahrene Anleger eine Reihe attraktiver Möglichkeiten“, so Taimur Hyat, Chief Operating Officer bei PGIM. „Investoren sollten in diesen turbulenten Zeiten die Liquidität, die Sekundärmärkte und das Verhalten der Private-Equity-Geber genau im Auge behalten.“

Da so viele Überschneidungen und auch Wechselwirkungen zwischen den Bereichen der öffentlichen und der privaten Kredite existiert, ist ein getrennter Ansatz hier nicht mehr empfehlenswert. Eine getrennte bietet weniger Diversifizierungsvorteile.

Sekundärmärkte, die Privatmarktinvestoren Liquidität zur Verfügung stellen, können ein wichtiges Instrument für das Portfoliomanagement sein, insbesondere für diejenigen Anleger, die an strenge Allokationsziele gebunden sind.

Neuere Segmente der Private Markets bieten in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld möglicherweise größere Renditechancen. Nach wie vor sind Infrastrukturkredite jedoch eine aufsteigende, aber noch immer unterschätze Anlagesparte.

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