Für Versicherte der Pensionskasse SBB, die 2023 das 65. Lebensjahr vollenden, sinkt der Umwandlungssatz von 4,72 auf 4,54 Prozent. Die negativen Auswirkungen werden mit verschiedenen Massnahmen abgefedert.

Der Stiftungsrat der PK SBB, mit knapp 19 Milliarden Franken eine der grössten Pensionskassen der Schweiz, hat aufgrund der anhaltend tiefen Zinsen beschlossen, das im Umwandlungssatz implizit enthaltene Zinsversprechen per 1. Januar 2023 von 1,75 auf 1,5 Prozent zu reduzieren. Das führt zu einer Senkung des Umwandlungssatzes. Für Versicherte, die im Jahr 2023 das ordentliche Pensionsalter von 65 Jahren erreichen, gilt neu ein Umwandlungssatz von 4,54 Prozent (zuvor 4,72 Prozent). Mit diesem Schritt will die PK SBB die seit Jahren stattfindende unerwünschte und systemfremde Umverteilung zu Lasten der aktiven Versicherten weiter reduzieren.

Umwandlungssätze sinken seit Jahren

Der ermittelte Durchschnitt des von den Vorsorgeeinrichtungen angewendeten Umwandlungssatzes für Männer mit Pensionierungsalter 65 sinkt seit Jahren. 2020 lag der Wert gemäss Swisscanto Pensionskassenstudie bei 5,63 Prozent, mit Extremwerten von 4,15 und 6,94 Prozent. Die Frage nach dem Satz für 2024 ergab einen Umwandlungssatz von 5,38 Prozent; dies als Durchschnitt von stark divergierenden Angaben zwischen 3,60 und 6,94 Prozent. Im Vorjahr wurde für 2023 ein Wert von 5,45 Prozent prognostiziert.

Das Anrechnungsprinzip erlaubt den umhüllenden Kassen, welche obligatorische und überobligatorische Leistungen versichern, ihre Umwandlungssätze unter den gesetzlich fixierten Mindest-Umwandlungssatz für den obligatorischen Teil des Altersguthabens von derzeit 6,8 Prozent zu senken, sofern gesamthaft die geforderte Mindestleistung garantiert ist.

Begleitende Massnahmen federn die negativen Folgen ab

Verschiedene begleitende Massnahmen federn die negativen Folgen des tieferen Umwandlungssatzes für die Versicherten ab. So wird das Altersguthaben von sämtlichen aktiven Versicherten per 1. Januar 2023 um 4,0 Prozent angehoben. Dadurch werden die Folgen des tieferen Umwandlungssatzes auf die zu erwartende Rente insbesondere für Versicherte mit Altersrücktritt in absehbarer Zeit vollständig bzw. weitgehend kompensiert.

Der tiefere Umwandlungssatz soll es der PK SBB besser ermöglichen, die Guthaben der aktiven Versicherten höher zu verzinsen, was sich positiv auf die künftigen Altersleistungen auch von jüngeren Versicherten auswirken dürfte.

Bereits pensionierte Versicherte sind von diesen Massnahmen nicht betroffen, laufende Renten bleiben auch nach dem 1. Januar 2023 in ihrer Höhe unverändert.

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »
Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »