Laut Ärzten und Zahnärzten komme es durch ambulante Versorgungszentren welche Beteiligungsgesellschaften angehören, zur Fehlversorgung von Patienten. Auch Überversorgung sei ein Problempunkt. Dadurch erhöhe sich der ökonomische Druck auf junge Ärzte.

Die Kommerzialisierung des Gesundheitswesens schadet den Patienten. Wie die F.A.Z. berichtet, warnen davor Ärzte und Zahnärzte. Insbesondere werden ambulante Einrichtungen kritisiert, welche von Beteiligungsgesellschaften betrieben werden. Diese sorgen laut einer noch nicht veröffentlichten Studie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) für einen Anstieg von Über- und Fehlbehandlungen. Der ländliche Raum und Patienten mit besonderen Bedürfnissen, wie etwa Menschen mit Behinderung oder Pflegebedürftigkeit, werden vernachlässigt.

Wolfgang Eßer sagte im Gespräch mit der F.A.Z., dass sich die ambulanten Versorgungseinrichtungen auf Ballungszentren mit hohem Einkommen konzentrieren und Leistungspicking betreiben, sich also eher um ertragsreiche Behandlungen kümmern. Immer mehr Finanzinvestoren kaufen Kliniken mit einer Gründungsberechtigung für solche Zentren auf. Auf diese Weise dringen sie in den Markt vor.

„Durch Kettenbildung werden monopolartige Strukturen mit marktbeherrschender Stellung angestrebt und inaktive Versorgungsstrukturen zerstört“, so Eßer. Ein öffentliches Register sei dringend notwendig, in dem alle Zentren aufgelistet sind und sich verpflichten, die Trägerschaft auf dem Praxisschild und im Internet kennbar zu machen.

Kassenärztliche Vereinigungen, die Ärztekammern und Medizinverbände haben bereits zuvor ihre Bedenken zu einer allzu gewerbeorientierten Versorgung von Patienten geäußert. Der Gesetzgeber wurde Ende Mai vom Ärztetag aufgefordert, dem weiteren Aufkommen ambulanter Versorgungspraxen ein Ende zu machen. Immer mehr Kassenbeiträge würde zu Aktionären abfließen und es sei nicht sichergestellt, dass die Gewinne in Deutschland versteuert werden würden.

Ende April veröffentlichte das IGES-Institut eine Studie mit dem Ergebnis, dass diese Zentren deutlich mehr abrechnen würden als Einzelpraxen. Eines von zehn Zentren würde von einem Finanzinvestor betrieben werden. Je Arztgruppenfall rechneten MVZ ein um 5,7 Prozent höheres Honorarvolumen ab als Einzelpraxen. Bisher war das Vorhaben nicht erfolgreich, des Zugang von Finanzinvestoren einzugrenzen.

Die Politik vertritt die Meinung, dass eine Kennzeichnungspflicht, die Registrierung und Zulassungsbeschränkungen von Bedeutung seien.

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