12.01.2015 | Von Bernhard Raos

Negativzinsen und die Folgen

Die Schweizerische Nationalbank erhebt negative Zinsen. Das macht das Leben der institutionellen Investoren noch schwerer.

Ab dem 22. Januar gelten für Einlagen von Banken bei der Schweizerischen Nationalbank SNB negative Zinsen von 0,25 Prozent. Die helvetischen Währungshüter wollen damit die Kapitalflucht ins Frankenland eindämmen. Abschrecken will die SNB vor allem grosse internationale Anleger wie Hedgefonds und Grossbanken.

Doch was bedeuten Negativzinsen für institutionelle Investoren? Mit dieser Frage hat sich die Beratungsgesellschaft PPCmetrics befasst. Im Gegensatz zu den Banken investieren institutionelle Investoren in der Schweiz ihre liquiden Mittel nicht direkt bei der Nationalbank SNB. Sie sind daher auch nicht direkt von den negativen Zinsen betroffen. Doch das gilt nur solange die Geschäftsbanken sich nicht an den Investoren schadlos halten und auf deren Einlagen ebenfalls negative Zinsen erheben. Das könnte bei grossen Anlagevolumina von Institutionellen bei Banken passieren.

Bei kurzfristigen Schweizer Staatsanleihen gibt es bereits seit einiger Zeit negative Renditen. „Die negativen Zinsen der SNB akzentuieren das bereits bestehen generelle Problem im Tiefzinsumfeld“, halten die Autoren fest. Die kurzfristige Anlage von liquiden Mitteln führt zu hohen Opportunitätskosten. Die nötige Sollrendite zu erzielen, wird für viele Institutionelle und insbesondere für Pensionskassen zur noch grösseren Herausforderung.

Was sollen Institutionelle tun? Den Stein der Weisen haben auch die Berater von PPCmetrics nicht parat. Rein anlageseitige Massnahmen wie eine Erhöhung der Anlagerisiken setzten eine entsprechende Risikofähigkeit voraus. Unumgänglich sei eine „Auseinandersetzung mit Leistungsparametern“ – sprich ein realistischer technischer Zins für die Berechnung der zukünftigen Verpflichtungen. Ab 2017 liege der erwartete Referenzzinssatz deutlich unter 2,5 Prozent.

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