Multi-Asset-Strategien haben sich in der Beliebtheitsskala ganz nach vorn gearbeitet. Aber: „Das Ende von Quantitative Easing ändert die Rahmenbedingungen dramatisch“, prophezeit das Bankhaus Metzler. Da hilft nur eins, so der professionelle Rat: noch mehr Diversifikation durch Einbau alternativer Risikoprämien.

Bislang zeichneten sich Multi-Asset-Fonds durch stabile Wertverläufe mit auskömmlichen Renditen aus. Das wird nach Einschätzung des Bankhauses nicht so bleiben. „Es ist sehr wahrscheinlich“, so Rainer Matthes, CIO im Metzler Asset Management, „dass in den nächsten Jahren die Erträge für die meisten Asset-Klassen im Durchschnitt signifikant niedriger ausfallen als in den vergangenen zehn Jahren – bei deutlich steigenden Volatilitäten und einer tendenziell positiven Korrelation von Aktien und Renten.“ Denn die wichtigsten Zentralbanken sind dabei, den Finanzmärkten langsam ihre Unterstützung zu entziehen. Das werde zu deutlichen Korrekturen an Anleihe- und Aktienmärkten führen. Und nicht nur das: Die bislang negative Korrelation zwischen Aktien und Renten könnte sich umkehren. Sie war es aber, die über viele Jahre die gute Entwicklung klassischer Balanced-Portfolios maßgeblich unterstützt hat. Als Faustregel kann aus der gut 60-jährigen geldpolitischen Erfahrung in den USA gefolgert werden: Bei Leitzinsen unter 4 Prozent besteht eine überwiegend negative Korrelation zwischen Renten und Aktien, über 4 Prozent dagegen nimmt der Diversifikationseffekt rapide ab.

„Negative Korrelation ist kein Naturgesetz“, mahnt Matthes deshalb. Und das bedeutet: Der Diversifikationsvorteil in traditionellen Mischfonds ist künftig bei veränderter Korrelation nicht mehr unbedingt gegeben. Was tun?

Der Ratschlag, den Metzler den Investoren gibt, lautet: weitere Diversifikationsmöglichkeiten zu nutzen. Konkret rät Christoph Sporer, der verantwortliche Portfoliomanager für die Absolute-Return-Strategien: traditionelle Beta-Risiken zu reduzieren und alternative Betas einzubauen oder zu verstärken.

Zusätzliches Diversifikationspotenzial durch alternative Risikoprämien

 Unter alternativen Betas sind dabei nicht andere Assetklassen wie Private Equity, Private Debt oder Hedgefonds gemeint, sondern andere Strategien – Volatilitäts- und (Zins-)Carry-Strategien in effizienten Märkten oder Momentum- und Value-Strategien in ineffizienten Märkten. Neben den traditionellen Prämien für Aktien-, Zins-, Bonitäts- und Liquiditätsrisiken aus Long-only-Strategien kämen somit noch wichtige Ertragsquellen aus alternativen Risikoprämien hinzu. Wie Metzler betont, sind dies sehr zuverlässige Ertragsquellen – ökonomisch fundiert und wissenschaftlich belegt. Ihr zusätzlicher Vorteil: Sie weisen keine Korrelation mit den traditionellen Ertragsquellen auf und haben zudem auch untereinander nur eine geringe Volatilität. Soweit mit Momentum- oder Value-Strategien zudem Marktineffizienzen abgegriffen werden, bieten sich gerade in Krisenzeiten besondere Chancen, denn in diesen Phasen sind Marktineffizienzen besonders stark ausgeprägt. „Deshalb können die Strategien in diesen Phasen sehr hohe Erträge erzielen“, erläutert Sporer.

Allerdings können alternative Risikoprämien nicht durch einfache Long-only-Investments vereinnahmt werden, sondern meist nur über regelgebundene, quantitative Strategien mit Derivaten und Short-Positionen. Sie ermöglichen es, sowohl von positiven als auch von negativen Markttrends zu profitieren. Für normale Anleger ist das nicht umsetzbar, ebenso wenig wie für viele Institutionelle Investoren. Dazu müssen die Anleger auf professionell gemanagte Strategien zurückgreifen, wie sie Metzler anbietet. „Die Kunden“, konstatiert Matthes, „sind zunehmend empfänglich für diese Art von Argumentation.“ Allerdings räumt er ein, dass bislang noch nicht viele Investoren in diesen Strategien involviert seien. Dazu bedürfe es auch eines erheblichen Sachverstandes, den man nicht bei allen Investoren voraussetzen kann.

Fazit: Mit alternativen Strategien können Multi-Asset-Fonds ein deutlich breiteres Anlagespektrum als klassische Mischfonds nutzen, sprich die Portfoliodiversifikation nochmals signifikant verbessern und das Risiko weiter senken. Es geht in erster Linie gar nicht darum, dass die quantitativen Modelle, die dahinter stehen, auch immer funktionieren. An erster Stelle geht es vielmehr um den zusätzlichen Diversifikationsertrag, den das Portfolio damit erzielt.

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »
Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »