19.12.2018 | Von BERNHARD RAOS

Immer vorsichtiger, komplexer und digitaler

Institutionelle Investoren werden vorsichtiger. Sie wissen um ihre digitalen Defizite, scheuen aber davor zurück ihre IT-Systeme insgesamt zu erneuern.

Gut zwei Drittel (68 Prozent) der institutionellen Anleger zweifeln daran, ihre Wachstumsziele zu erreichen. Und sie neigen mehrheitlich zur Vorsicht: 72 Prozent wollen in Zukunft eine defensive Anlagestrategie verfolgen und allfällige Expansionen in den nächsten fünf Jahren langsamer angehen. Dies zeigt die neue Studie «New Routes to Growth» von State Street Corporation, die dafür mehr als 500 institutionelle Investoren weltweit befragt hat.

Wie sich die Befragten an die veränderten Marktbedingungen anpassen wollen, hat sich stark verändert. Mittlerweile sehen 48 Prozent der Institutionellen in neuen Technologien wie Blockchain und Künstlicher Intelligenz die Wachstumstreiber, während diese Quote bei der letztjährigen Umfrage erst bei 18 Prozent lag. 58 Prozent wollen aus ihren gesammelten Daten mehr Nutzen ziehen und 43 Prozent ihre Risikoanalyse verbessern.

Laut Liz Nolan, CEO für EMEA bei State Street, befindet sich die Investment-Branche in einem tiefgreifenden Wandel: «Unsere Kunden sehen sich mit einer immer grösseren Komplexität und stetig steigenden Erwartungen bezüglich Regulierung konfrontiert. Sie müssen ihre Technik- und Datenmanagement-Systeme weiter verbessern und dies alles unter striktem Kostenmanagement.»

Gleichzeitig ortet Nolan unter den Befragten eine gewisse Zurückhaltung, ihre IT-Systeme insgesamt zu erneuern. So sehen 46 Prozent der Befragten in Europa die beschränkten Finanzmittel für neue Technologien als grösste Herausforderung. Wegen der hohen Kosten suchen sich daher viele Vermögensverwalter selektiv Technologiepartner, um Grössenvorteile zu erreichen.

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