09.11.2018 | Von BERNHARD RAOS

Größe bringt nicht mehr Rendite

Aktive Manager bleiben häufig hinter ihrer Benchmark zurück. Asset Management-Boutiquen sind erfolgreicher, sagt eine neue Studie.

Schaut man nur auf die Marktanteile, dann haben die 20 grössten Vermögensverwalter die Nase vorn, wie ein aktueller Bericht des Beratungsunternehmens Willis Towers Watson zeigt. Demnach haben die Top 20 ihren Marktanteil unter den 500 grössten Fondsanbietern auf 43 Prozent erhöht. Dies vor allem auf Kosten der mittelgrossen Anbieter.

Betrachtet man allerdings die Performance, dann haben Vermögensverwalter mit weniger als 100 Milliarden Assets under Management über die letzten 20 Jahre durchschnittlich 62 Basispunkte mehr Ertrag erwirtschaftet als die grossen Mitbewerber. Zu diesem Resultat kommt eine neue Studie von Affiliated Managers Group (AMG) unter dem Titel „The Boutique Premium“.  Über den Untersuchungszeitraum haben die Boutiquen – wobei die Grenze von 100 Milliarden an verwalteten Vermögen etwas willkürlich scheint – total 16 Prozent mehr Rendite erwirtschaftet.

Die AMG-Studie hat 1300 globale Asset Manager und 5000 institutionelle Aktien Strategien analysiert. Was lässt sich aus dem Datenberg herauslesen? Am besten schnitten die Boutiquen bei Value-Aktien von US-Small Cap ab, wo sie ihre großen Mitbewerber um 1,62 Prozent pro Jahr distanzierten. Bei Schwellenländeraktien betrug diese Differenz über 20 Jahre durchschnittlich 1,08 Prozent. Und Outperformance ist gemäß Studie auch keine Eintagsfliege. Die Boutiquen übertrafen ihre Benchmarks zu 54 Prozent der Jahre, die einem Outperformance Jahr folgten.

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