06.09.2019 | Von Michael Lennert

Geringe Investments in ESG-Anlagen, obwohl hoher Bekanntheitsgrad

Asset-Management-Sparte der BNP Paribas veröffentlicht Studie zu “Sozial verantwortlichem Investieren (SRI)”.

Bildquelle: Konoplytska/iStock/GettyImagesPlus

Die Bekanntheit nachhaltiger Geldanlagen wächst in Deutschland und Europa, sie bleibt jedoch ausbaufähig. So lautet die Kernerkenntnis einer aktuellen Studie zum “Sozial verantwortliches Investieren” von BNP Paribas Asset Management, die nachhaltige Geldanlagen in Deutschland und vier weiteren europäischen Ländern untersucht hat.

Die Kernthesen im Überblick: 55 Prozent der Deutschen mit einem Vermögen von über 50.000 Euro wissen nicht, was nachhaltige Geldanlagen sind. In Italien, Frankreich und Belgien ist diese Zahl geringer. Nur in den Niederlanden ist der Wert der Nichtwissenden höher (70 Prozent). Alle untersuchten Länder haben gemeinsam, dass die tatsächliche Nutzung von ESG-Anlagen äußerst gering ist. Sie schwankt zwischen fünf und sieben Prozent.

Die Nutzung von nachhaltigen Geldanlagen hat in Deutschland unter vermögenden Kunden leicht zugenommen. Dieser Trend ist ebenso in den anderen untersuchten Ländern erkennbar.

Eine wesentliche Rolle bei der Vermittlung von ESG-Wissen, haben die Medien. Der Bankberater nimmt dabei, außer in Italien, eine weniger bedeutsame Position als Informationsquelle ein. In Diskrepanz dazu steht, dass deutsche Investoren Finanzberatern mit 35 Prozent die höchste Expertise hierbei zuordnen. Am schlechtesten schnitten NGO’s (6 Prozent), Politik und öffentliche Stellen (5 Prozent) ab.

Veranstaltungen wie die UN-Klimakonferenz beeinflussen das Konsumverhalten, jedoch nur geringfügig Investitionsstrategien. Sicherheit und Rentabilität stehen für Anleger weiterhin an erster Stelle – vor Nachhaltigkeitsaspekten. Dabei ist innerhalb von ESG-Anlagen Umweltschutz für Investoren wichtiger als die Themen Nahrung und Soziales. Wer in SRI investiert macht dies daher in erster Linie aus Gründen des Umweltschutzes.

 

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