Christian Hoeg, Chef von Vontobel Asset Management Deutschland, zum Mehrwert für Kunden attraktiven Anlagen, Markt-Risiken und schwierigen Entscheidungen.

Welchen Mehrwert bringt Vontobel den institutionellen Investoren?

Vontobel verfolgt klar definierte Anlagestrategien. Wir fokussieren uns auf das, was wir am besten können. Unsere Kunden, die einen geschärften Blick für Rendite und Risiko haben, sollten von diesem Ansatz profitieren können.

Unser Selbstverständnis als in der Schweiz verankerter, international tätiger Vermögensverwalter beinhaltet, auf individuelle Wünsche unserer institutionellen Kunden einzugehen. Ausserdem verfügt Vontobel über eine lange Erfahrung im Umgang mit den besonderen Bedürfnissen deutscher institutioneller Investoren, insbesondere, was aufsichtsrechtliche Aspekte betrifft.

Auf welche Asset-Klassen sollen deutsche Investoren aktuell setzen?

Gegenwärtig sehen wir vor allem drei Themen:

-„Globale“ Aktienfonds mit einem Schwerpunkt auf Qualitätsaktien, also Titel global tätiger, führender Unternehmen, die sich langfristig hervorragend entwickeln. Bei solchen Gesellschaften, die bei uns in die Kategorie „Quality Growth“ fallen, haben sich im Zuge der Marktturbulenzen Anfang dieses Jahres attraktive Einstiegsniveaus ergeben.

-Strategien im Bereich festverzinsliche  Anleihen mit einem Fokus auf Unternehmen mit „mittleren“ Ratings, auf Emittenten von hochverzinslichen Obligationen sowie auf Anleihen aus Schwellenländern. Solche „Mid Yield“-, „High Yield“-, und „Emerging Market“-Produkte, sind sicher nicht unterbewertet, aber die „Perlen“ unter ihnen sind für Anleger sehr interessant.

-Massgeschneiderte Mischfonds, sogenannte „Multi-Asset-Class“-Produkte, bieten ebenfalls ein attraktives Renditepotenzial bei überschaubarem Risiko.

Wo sehen Sie die grössten Markt-Risiken?

Der Wendepunkt wird wohl erreicht werden, wenn die Geldschleusen der US-Notenbank erst einmal geschlossen sind. Das Ende der ausserordentlichen Liquiditätsmassnahmen dürfte den Finanzmärkten, die in den vergangenen Jahren am Tropf der Zentralbanken hingen, den Wind aus den Segeln nehmen. Die Renditen aller Anlageklassen werden also dereinst unter Druck geraten. Dieser Zeitpunkt scheint allerdings noch nicht nah.

Schwarz oder Weiss: Passiv oder aktiv investieren?

Ganz klar aktiv investieren, also mit einer eigenen Meinung von Referenzwerten abweichen. Die eigene Auswahl von Titeln und die Konstruktion von „robusten“ Portfolios hat zum Ziel, Kundenvermögen zu schützen oder zu mehren, das heißt Risiko und Ertrag in ein vernünftiges Verhältnis zu bringen. Bei aktiven Anlagestrategien werden Markttrends und Veränderungen von Marktzusammenhängen entsprechend berücksichtigt. Passiv investieren hingegen heißt, über ein Produkt die Märkte lediglich abzubilden. In dem gegenwärtigen Umfeld, das durch gestiegene Komplexität und hohe Schwankungen geprägt ist, würde ein passiver Ansatz nur enttäuschen.

Schwarz oder Weiss: Russische Aktien oder italienische Staatsanleihen?

Sofern die Krise zwischen Russland und der Ukraine nicht erheblich eskaliert, sind wir Aktien gegenüber im Allgemeinen vorsichtig optimistisch eingestellt. Die lockere Geldpolitik der großen Notenbanken, angemessene Bewertungen und robuste Unternehmensgewinne stützen unsere Meinung.

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