Der europäische Markt für Gewerbeimmobilien zog in den vergangenen Jahren vor allem internationale Investoren an. Dies dürfte vorerst so bleiben, sagt Indraneel Karlekar von Principal Real Estate.

Der europäische Markt für Gewerbeimmobilien zog in den vergangenen Jahren Gelder von heimischen sowie von internationalen Anlegern an. Mehr als die Hälfte des Transaktionsvolumen stammte in den vergangenen fünf Jahren von institutionellen Investoren außerhalb Europas.

Die aktuellen Unsicherheiten durch die Corona-Krise dürften vor allem von institutionellen Anlegern außerhalb Europas als Kaufgelegenheit genutzt werden. Karlekar, Chefanalyst bei dem Immobilieninvestor, betont, dass eines der wichtigsten Kriterien für die Anlageentscheidungen globaler institutioneller Investoren die Größe und die Liquidität des Marktes ist. In diesem Punkt könne es Europa beinahe mit den USA aufnehmen. So kommt der europäische Markt für Gewerbeimmobilien laut Karlekar auf eine Marktkapitalisierung von 12,3 Billionen US-Dollar. Der US-Markt komme auf eine Größe von 13,3 Billionen US-Dollar. Zum Vergleich: Der europäische Aktienmarkt kommt gemessen am MSCI Europe auf eine Größe von 8,6 Billionen US-Dollar.

Laut Karlekar betrachten immer mehr Investoren die regelmäßigen Einkommensströme aus Immobilien als Ersatz zu Anleihe-Investments, die ja kaum noch nennenswerte Kupons bieten. „Gewerbeimmobilien bieten die Chance auf höhere Erträge als bei klassischen Anleihen und füllen damit bei Investoren eine Lücke“, so Karlekar.

Die Auswirkungen der Covid-19-Krise auf den Markt für europäische Gewerbeimmobilien sieht der Experte vergleichsweise gelassen. Zwar werde sich das Wachstum der Mieten verlangsamen. Denn solange das organische Wirtschaftswachstum nicht wieder anzieht, werde die Nachfrage wahrscheinlich nachgeben. Die Mieten bleiben somit unter Druck. Dies gelte vor allem bei den Immobilientypen, die am stärksten von Maßnahmen wie “Social Distancing” und “Work from Home” betroffen sind. Der langfristige Wachstumstrend bleibe aber intakt. „Angesichts der historisch niedrigen Leerstände und des Mangels auf der Angebotsseite werden sich die Mieten bald erholen“, so der Analyst.

Karlekar zufolge schätzen institutionelle Investoren zudem die positiven Effekte der europäischen Immobilien-Investments auf das Portfolio. Eine Analyse historischer Daten zeige, dass institutionelle Portfolios mit einer Allokation in europäischen Gewerbeimmobilien bessere Rendite-Risiko-Profile aufweisen als Portfolios ohne diese Asset-Klasse.

 

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