Schweizer Pensionskassen reagieren auf die demographische Entwicklung und die anspruchsvollen Märkte. Sie senken die Renten und investieren vermehrt in Immobilien, alternative Anlagen und Aktien.

Die Pensionskassenumfrage 2016 der Swisscanto Vorsorge AG liefert keine Überraschung: Das schwierige letzte Anlagejahr brachte eine durchschnittliche Performance von 1,13 Prozent nach 7,13 Prozent im Vorjahr. Damit verfehlten die Schweizer Vorsorgeeinrichtungen ihre Zielrendite von 3,9 Prozent. Noch verfügen die privatrechtlichen Pensionskassen über einen Deckungsgrad von durchschnittlich 110 Prozent und können so das schwache letzte Jahr kompensieren.

Die repräsentative Umfrage erfasst total 467 Vorsorgeeinrichtungen mit 3,4 Millionen Versicherten und einem Vermögen von 581 Milliarden Franken. Was seit Jahren auffällt, ist das Ungleichgewicht von aktiv Versicherten und Rentner. Während die Altersguthaben der Berufstätigen im letzten Jahr zu durchschnittlich 2,03 Prozent verzinst wurden, erhielten die Rentner 2,8 Prozent gutgeschrieben – eine Konsequenz falsch gesetzter politischer Parameter. Das Gesetz erlaubt keine Anpassungen der Renten nach unten im anhaltenden Tiefzinsumfeld. Swisscanto beziffert die jährliche Umverteilung von den Beitragszahlern zu den Rentnern mit 2,6 Milliarden Franken.

Tiefere Renten

Die Studie zeigt aber auch, dass die Pensionskassen auf diesen unerwünschten Transfer reagieren. Sie senken die technische Verzinsung der Altersguthaben, was geringere Sollrenditen verlangt. Gleichzeitig sinken die Umwandlungssätze. Dies bringt tiefere Renten: Seit 2002 sank der Rentensatz von 7,13 auf 6,13 Prozent. Auf 100‘000 Franken Alterskapital bedeutet das exakt 1000 Franken weniger Rente.

Das Anlageergebnis wäre 2015 wohl noch schwächer ausgefallen, hätten die Kassen ihre Asset Allokation unverändert gelassen. Zahlreiche Kassen haben ihre Anleihen reduziert und vermehrt in Immobilien investiert. Diese Asset-Klasse legte von 17,1 Prozent im Jahr 2007 auf 21,9 Prozent im letzten Jahr zu. Alternative Anlagen nahmen auf 6,1 Prozent zu, nach 5,4 Prozent im Vorjahr. Auch die Aktienquote stieg von 29,4 Prozent im Jahr 2014 auf 30,1 Prozent im letzten Jahr. Die Pensionskassen sehen sich zu mehr Risiko bei den Anlagen gezwungen.

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