Die Kapitalrenditen der Schweizer Pensionskassen waren für 2016 mit durchschnittlich 3,6 Prozent zufriedenstellend. Trotzdem gehen die Renteneinkommen zurück.

Was für Versicherte zählt, ist die Höhe ihrer Altersrente. Und da müssen die eidgenössischen Rentner schmerzhafte Einbussen in Kauf nehmen. Galt bei einem Lohn von 80.000 Franken im Jahr 2013 im Schnitt noch ein Leistungsziel von 64.288 Franken für die 1. und 2.Säule, waren es 2016 mit 58.010 Franken rund 10 Prozent weniger.

Noch ausgeprägter stellt sich der Rückgang dar, wenn lediglich auf die Medianwerte für die Renten aus der beruflichen Vorsorge, der 2. Säule, abgestellt wird. 2013 lag der Medianwert bei 36.880 Franken und im letzten Jahr noch bei 30.710 Franken. Medianwert bedeutet, die eine Hälfte der Rentner liegt über dieser Schwelle, die andere darunter. Dies ist eines der Detailergebnisse der repräsentativen „Schweizer Pensionskassenstudie 2017“ von Swisscanto, an der 507 Vorsorgeeinrichtungen mit einem Vermögen von 650 Milliarden Franken teilgenommen haben.

Mehr Risiko

Die Kapitalrenditen waren 2016 nach einem schwachen Vorjahr (1,1 Prozent) mit durchschnittlich 3,6 Prozent zufriedenstellend. Die Kassen erhöhen ihr Risiko: Investitionen in Aktien und Immobilien haben zugenommen, während der Anteil an festverzinslichen Anlagen und liquiden Mitteln sinkt. Gelohnt hat sich das Investment in alternative Anlagen – Kassen, die hier anlegten, erzielten eine durchschnittliche Performance von 4 Prozent.

Der durchschnittliche Deckungsgrad ist stabil geblieben; bei privatrechtlichen Kassen ist er leicht um 0,7 Prozent auf 109,7 Prozent gesunken, bei öffentlich-rechtlichen Kassen um 2,6 Prozent auf 94,6 Prozent gestiegen. Die unterschiedliche Entwicklung hat vor allem damit zu tun, dass privatrechtliche Kassen ihren Berechnungszins für die Verpflichtungen rascher senken. Der technische Zinssatz liegt hier noch bei 2,19 Prozent; für öffentlich-rechtliche Kassen bei 2,55 Prozent.

Noch tiefere Renten

Im Gleichschritt mit dem technischen Zins fällt auch der Umwandlungssatz. Seit 2005 ist der Mittelwert von 6,9 Prozent auf aktuell 6 Prozent gesunken. Die Extremwerte liegen mit 7,2 und 4,07 Prozent weit auseinander. Für 100‘000 Franken Alterskapital gibt es da im besten Fall eine Rente aus der 2.Säule von 7200 Franken im Jahr, im schlechtesten Fall sind es nur noch 4070 Franken – ein Unterschied von 3‘130 Franken.

Die Umwandlungssätze liegen damit deutlich tiefer als der gesetzliche Wert von 6,8 Prozent. Das ist möglich, weil für 85 Prozent der Versicherten der sogenannt umhüllende Satz gilt. Diese Kassen haben die Umwandlungssätze im überobligatorischen Bereich stark nach unten angepasst. Die 6 Prozent entsprechen übrigens dem Umwandlungssatz, wie ihn die „Altersvorsorge 2020“ vorsieht. Laut Studie wollen 70 Prozent der Kassen ihren Umwandlungssatz jedoch weiter senken.

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