13.12.2018 | Von BERNHARD RAOS

Die etwas anderen Prognosen für 2019

Die Saxo-Bank schafft sich Aufmerksamkeit mit einem ungewöhnlichen Blick in die Kristallkugel. Demnach wird 2019 turbulent

Es ist eine alljährliche Spielerei, die sich die dänische Online-Bank Saxo mit ihren nicht ganz ernstgemeinten zehn Prognosen für das kommende Jahr erlaubt. Wobei zumindest eine Vorhersage im letzten Jahr eingetroffen ist – der heftige Absturz der Kryptowährung Bitcoin. Was soll nun 2019 passieren? Hier fünf der speziellen Saxo-Prognosen:

Apple kauft sich bei Tesla ein – Apple hat 237 Milliarden Dollar auf der hohen Kante und die eigenen Produkte verkaufen sich schleppender als auch schon. Deshalb steigt Apple bei Tesla ein und kauft sich 40 Prozent der Anteile zum stolzen Stückpreis von 520 US-Dollar. Den Aktionären winkt eine Prämie von fast 200 Franken – und eine glänzende Zukunft, weil sich zwei Tech-Konzerne zusammentun, welche die ganze Wertschöpfungskette von der Fabrikation bis zu den Marken-Stores kontrollieren.

Trump feuert Fed-Chef Powell – US-Präsident Trump bleibt seinem Stil treu und entlässt Notenbankchef Jerome Powell, den er selbst ernannt hatte. Weil Powell den US-Leitzins drei Mal erhöhte und auch 2019 die Zinswende fortsetzt, holt er sich den Unmut des Berserkers im Weissen Haus. Mit den US-Börsen geht es abwärts und die US-Konjunktur gerät ins Stocken. Trump agiert wie gewohnt, entlässt Powell per Twitter und ernennt Neel Kashkari zum Fed-Chef.  Dieser stellt sofort fünf Billionen Dollar bereit, um US-Staatspapiere zu kaufen. Die Börse hebt ab und die amerikanische Wirtschaft legt um sechs Prozent zu. Trump wird 2020 wiedergewählt.

Corbyn provoziert Pfund-Absturz – der Brexit bringt die Regierung von Theresa May zu Fall und die Briten wählen Oppositionschef Jeremy Corbyn zum neuen Premierminister. Der Linke Corbyn verstaatlicht Eisenbahnnetz und Stromkonzerne und führt eine Vermögenssteuer ein. Das wiederum treibt die Reichsten von der Insel, die Staatsschulden explodieren und Unternehmen investieren nicht mehr. Das Pfund verliert stark an Wert und ist gleich viel wert wie der Dollar.

Deutschland rutscht in die Rezession – weil die deutsche Automobilindustrie die Elektromobilität verpasst hat, gerät die deutsche Wirtschaft in den Abwärtsstrudel. Es kommt zur Rezession. Zudem macht sich die seit Jahren verschleppte Digitalisierung schmerzhaft bemerkbar. Merkel tritt als Bundeskanzlerin vorzeitig ab.

Italien macht Europa krank – in der EU wachsen die Schuldenberge in untragbare Höhen. Brandbeschleuniger ist Italien, wo die Verbindlichkeiten der italienischen Finanzinstitute andere europäische Banken ins Wanken bringen. In Frankreich gelingt es Macron nicht, die sozialen Unruhen zu stoppen. Die Eurozone droht auseinanderzubrechen. Um dies zu verhindern, beschliesst die EU einen radikalen Schuldenerlass und die Europäische Zentralbank übernimmt alle Aussenstände der Mitgliedsländer, die mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung übersteigen. Der Stabilitätspakt wird weiter aufgeweicht und die EU-Staaten erhalten so einen Freibrief fürs Schuldenmachen.

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