Bundesweit streitet die Rechtsanwältin Margret Kisters-Kölkes vor Arbeitsgerichten, doch statt eines Urteils bevorzugt sie immer den Vergleich.

Wenn Rechtsfragen der betrieblichen Altersversorgung zu klären sind, dann lautet die Empfehlung oft „Ki-Kö anrufen“. Das Kürzel „Ki-Kö“ ist in der Branche allgemein bekannt. Es steht für Margret Kisters-Kölkes, Rechtsanwältin und Steuerberaterin mit Wohnsitz und Kanzlei in Mülheim an der Ruhr. Seit mehr als 30 Jahren beschäftigt sie sich mit der bAV. Schon als Zehnjährige beschloss sie, später Rechtswissenschaften zu studieren. Denn nach einem Unfall in ihrer Heimatstadt Oberhausen empfand sie, ihre Eltern seien juristisch schlecht beraten worden. In der Tageszeitung, in der die Namen und Berufswünsche des Abiturientenjahrgangs 1972 veröffentlicht wurden, heißt es bereits präziser „Wirtschaftsjuristin“.

Kisters-Kölkes studierte an der Ruhr-Universität Bochum, deren rechtswissenschaftliche Fakultät wenige Jahre zuvor den Lehrbetrieb aufgenommen hatte. „Da waren sehr gute Professoren, beispielsweise Biedenkopf und Lutter, Gebäude und Einrichtungen waren neu, die Bibliothek war hervorragend ausgestattet“, begründet sie diese Entscheidung. Nach dem zweiten Staatsexamen 1981 stieß sie bei der Stellensuche auf eine Zeitungsanzeige des Beratungsunternehmens Herbert E.G. Höfer. Gesucht wurde ein Arbeits- und Sozialrechtler. „Beide Bereiche hatten im Studium und im Referendariat eine Rolle gespielt, nicht jedoch die betriebliche Altersversorgung. Das Vorstellungsgespräch hat mich neugierig gemacht auf die betriebliche Altersversorgung“, berichtet die Anwältin. Die bAV werde durch so viele Rechtsgebiete geprägt und sei deshalb ein faszinierendes Arbeitsgebiet, auch weil es eine wichtige ergänzende Sozialleistung sei, die der Arbeitgeber benötigt. Aber die betriebliche Altersversorgung sei auch eine komplizierte Materie. „Die Einarbeitungsphase, die mich so -sicher gemacht hat, dass ich beim Kunden selbstständig Gespräche führen konnte, hat rund drei Jahre gedauert.“ Ein Jahr nach Beginn ihrer Tätigkeit wurde Kisters-Kölkes als Anwältin zugelassen, „und weil es sinnvoll für meine Arbeit war, bin ich noch Steuerberaterin geworden“. Nach 20 Jahren in der Unternehmensberatung ließ sich Kisters-Kölkes als Anwältin nieder.

„Irgendwann hat man das Gefühl, noch etwas anderes im Leben machen zu müssen.“ Sie hatte ihre Kanzlei zunächst in Mülheim, dann ging sie mit Kollegen nach Düsseldorf und schließlich wieder allein nach Mülheim. Die Fahrerei war ihr zu lästig. „Für mich ist es völlig ohne Bedeutung, an welchem Ort ich meine Kanzlei habe, weil ich bundesweit tätig bin.“ Die Fachfrau streitet aber keineswegs nur vor Gericht; sie erstellt Gutachten, lehrt an der Fachhochschule Kaiserslautern, publiziert Fachartikel und hat an einem Kommentar zum Betriebsrentengesetz mitgewirkt. Wo und wann immer es möglich ist, versucht Kisters-Kölkes Prozesse zu vermeiden. Sie bevorzugt den Vergleich. Dennoch wird sie auch künftig immer wieder Prozesse führen müssen, denn „es ist fast bei jedem Paragrafen des Betriebsrentengesetzes einiges offen, und zunehmend wird die EU das deutsche Recht beeinflussen“.

Leichte Kost ist die bAV nie. Ausgleich für Margret Kisters-Kölkes: Kochen und Reisen.

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