Auch die Eidgenossen sollen dank wirksamer Anreize länger arbeiten bis zur Rente.

Der Ökonomieprofessor Reiner Eichenberger, Ordinarius für Theorie der Finanz- und Wirtschaftspolitik an der Universität im schweizerischen Freiburg hält nichts von der „Altersvorsorge 2020“, über die am 24. September in der Schweiz abgestimmt wird. „Eine Annahme würde die Probleme der Altersvorsorge nicht lösen, sondern längerfristig verschärfen“, schreibt er in einem Beitrag für die Sonntags-Zeitung.

Eichenberger fordert stattdessen eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Heute gehen die Männer mit 65 und die Frauen mit 64 in Rente. Die „Altersvorsorge 2020“ sieht eine Erhöhung des Rentenalters für Frauen auf 65 vor. Der Vorschlag von Eichenberger will keinen Zwang und Druck zur Altersarbeit, sondern wirksame Anreize, um freiwillig länger zu arbeiten. Sein dreiteiliger Reformvorschlag:

–        Statt das Rentenalter fix auf 67 oder bis 70 zu erhöhen, braucht es eine neue Art von Flexibilisierung. Zwar kann man heute schon die Rente aufschieben und später eine höhere Rente erhalten, doch das rechnet sich nur, wenn man sehr alt wird. Attraktiver wäre es, bei Langzeitarbeit zwar die gleiche Rente wie im Regelalter auszurichten, doch dafür sofort einen Rabatt auf die persönlichen Beiträge zu gewähren. Wer sich beispielsweise mit 55 entscheide, bis 67 zu arbeiten, könne so seine Vorsorgebeiträge grob geschätzt halbieren.

–        Arbeit zusätzlich zur Rente ist heute wenig attraktiv, weil das Arbeitseinkommen zum Renteneinkommen addiert und so hoch besteuert wird. Zudem müssen auch weiter Beiträge an die staatliche Altersvorsorge AHV bezahlt werden, die nicht mehr rentenbildend sind. Eichenberger schlägt vor, die Steuern auf Einkommen aus der Altersarbeit beispielsweise zu halbieren.

–        Wer freiwillig länger arbeitet als heute, zahlt insgesamt weit mehr Einkommens-, Vermögens- und Mehrwertsteuern als bisher. Diese Mehreinnahmen sollten gezielt in die Altersvorsorge gelenkt werden. Eine solche Reform würde laut Eichenberger allen nützen: den langarbeitenden Alten, den Arbeitgebern, der Altersvorsorge und dadurch auch den normalarbeitenden Alten sowie den Jungen.

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