19.12.2018 | Von BERNHARD RAOS

Deutschland bei Fonds die Nummer 1

Mit einem Vermögen von 2,6 Billionen Euro ist Deutschland der grösste Fondsmarkt in der EU. In den ersten zehn Monaten sind den Fonds hierzulande netto 87 Milliarden Euro zugeflossen.

Gegen Jahresende haben die Statistiker ihre Hochsaison. So meldet die Europäische Zentralbank ihre neuesten Zahlen zum Fondsmarkt. Demnach haben private und institutionelle Investoren total 11,8 Billionen Euro in Investmentfonds angelegt. Erfasst werden dabei ausschliesslich von Anlegern in der EU gehaltene Fondsvermögen. Addiert man die Fonds dazu, die von Europa nach ausserhalb verkauft werden, kommen noch rund 3,2 Billionen Euro hinzu.

Der grösste Markt für OGAWs und AIFs ist Deutschland mit 2,6 Billionen Euro, gefolgt von Frankreich und Grossbritannien mit jeweils 1,7 Billionen Euro sowie den Niederlanden und Italien mit je 1,1 Billionen Euro. Beim Wachstum der fünf grössten Fondmärkte liegt Italien vorn. Dort sind die Vermögen seit 2013 um durchschnittlich 13,7 Prozent pro Jahr gestiegen. Deutschland liegt hier mit 10,1 Prozent auf dem zweiten Rang, gefolgt von den Niederlanden mit 8,1 Prozent, Grossbritannien mit 7,7 Prozent und Frankreich mit 6 Prozent.

Detaillierte Statistiken zu Deutschland liefert der BVI. Bis Ende Oktober flossen Investmentfonds netto 86,6 Milliarden zu. Offene Spezialfonds sammelten trotz des schwierigeren Marktumfeldes mit 65,7 Milliarden fast soviel ein wie im Vorjahreszeitraum (69,5 Milliarden Euro). Offene Publikumsfonds liegen mit 19,8 Milliarden Euro an neuen Mitteln deutlich tiefer (59,6 Milliarden Euro). Vor allem Aktienfonds wurden weniger nachgefragt, während das Neugeschäft mit Mischfonds und Immobilienfonds das Vorjahresniveau erreichte. So ist das Nettovermögen in Immobilienfonds in den letzten 12 Monaten um 13 Prozent auf 190 Milliarden Euro gestiegen.

Deutlich Federn lassen mussten Rentenfonds mit Abflüssen von 4,2 Milliarden Euro – nach Zuflüssen von 18,2 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Geschlossene KAGB-konforme Fonds verzeichneten Zuflüsse von 1,1 Milliarden Euro, während aus freien Mandaten total 20,2 Milliarden Euro abflossen. In den beiden letzten Jahren dominierten Kurzläuferfonds.

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