21.05.2019 | Von Dominik Ploner

Deutsche Asset Manager verlieren Preisvorsprung

Ausländische Asset Manager scheinen ihre Preise an das deutsche Gebührenbewusstsein angepasst zu haben – und sich damit einer lange währenden Marktmeinung entledigt. Das ist eine der Erkenntnisse der aktuellen Studie des Consulting-Hauses Telos.

Ausländische Asset Manager sind nicht „deutlich teurer“ als deutsche. Zu diesem Ergebnis kommt das Beratungshaus Telos in seiner aktuellen Gebührenstudie. (Bildquelle: gustavofrazao/iStock/Getty Images Plus)

Das Wiesbadener Beratungshaus Telos geht eine alte Marktmeinung an: Laut seiner aktuellen Gebührenstudie sind ausländische Asset Manager nicht „deutlich teurer“ als ihre deutschen Pendants. Telos stellt in seiner Studie fest, dass abhängig von Anlageklasse und Mandatsgröße teils deutsche, teils ausländische Asset Manager teurer seien.

Deutsche und ausländische Asset Manager gleichen sich an

Dabei sind die Ergebnisse nicht eindeutig. Klar wird das bei einem Blick auf die Gebührenhöhe für Managementgebühren bei Unternehmensanleihen im Investment Grade und High Yield Bereich: Zwar liegen diese im Median für deutsche Anbieter bei 24 Basispunkten, für ausländische Anbieter bei 26 Basispunkten. Worin sich deutsche und ausländische Anbieter allerdings unterscheiden, ist die Spannweite der verlangten Gebühren. Deutsche Anbieter verlangen zwischen 8 und 50 Basispunkten, ausländische Anbieter zwischen 10 und 75 Basispunkten.

Jenseits der Frage nach Inland versus Ausland, warf Telos auch einen Blick auf die andauernde Debatte um aktiv gegen passiv gemanagte Mandate. Hier liegt laut Telos der Gebührenunterschied zwischen aktiv und passiv gemanagten Aktien-Mandaten bis 50 Millionen Euro bei dem rund Vierfachen an Basispunkten. Dies gilt allerdings nur wenn man ihre jeweiligen Minima und Maxima miteinander vergleicht. Bei einem Blick auf die Medianwerte der Managementgebühren stellt sich hingegen heraus, dass aktiv verwaltete Mandate im Vergleich zu passiven um den Faktor 4,7 teurer sind (aktiv: 47 Basispunkte, passiv: 10 Basispunkte).

Für die Analyse hat das Beratungshaus deutsche und ausländische Asset-Management-Gesellschaften – nach Mandatsgröße gegliedert – zu ihren Gebühren für verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Multi Asset und deren Untergruppen wie Unternehmensanleihen befragt. Auf DPN Nachfrage erklärten die Wiesbadener, dass die Gebühreninformationen von 50 Gesellschaften in die Analyse einflossen. Zudem hat Telos die Gebühren aus Ausschreibungen, die sie begleitet hat, berücksichtigt. Insgesamt umfasst die Auswertung Gebühren von über 60 liquiden und alternativen Anlagegruppen.

Gebührenhöhe bleibt im Fokus der Anleger

In der Studie hatte Telos auch deutsche institutionelle Investoren nach der Bedeutung von Gebühren befragt. Das Ergebnis: 80 Prozent messen den Gebühren mindestens eine hohe Bedeutung bei. Die Gebühren beeinflussen also weiterhin das Bewusstsein der institutionellen Anleger.

Erst vor kurzem hatte Allianz Global Investors in einer eigenen Studie die Gebührenstruktur und Performance aktiver und passiver Asset-Manager untersucht. Dabei hat der Asset-Management-Arm des Versicherers festgestellt, dass Institutionelle mit dem Aktiven Management unzufrieden seien.

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