Ein Kapitalzugewinn von 9,3 Prozent für 2016 bei den Pensionswerken der DAX-Unternehmen kann sich sehen lassen. Das Umfeld bleibt aber herausfordernd.

Die Pensionsverpflichtungen der DAX-Unternehmen sind 2016 um 9,2 Prozent auf 396 Mrd. Euro gestiegen. Diese Entwicklung ist dem IAS-Rechnungszins geschuldet, der im Schnitt um 70 Basispunkte auf 1,8 Prozent sank. Die Pensionsvermögen wuchsen im gleichen Zeitraum um 5,7 Prozent auf 249 Mrd. Euro.  Unter dem Strich blieb so der Ausfinanzierungsgrad mit 63 Prozent fast  konstant (2015: 65 Prozent).

Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „DAX-Pensionswerke 2016“ von Willis Towers Watson. Für Thomas Jasper, Leiter Retirement beim Beratungsunternehmen, sind die untersuchten Formen „im Anlage- und Risikomanagement gut aufgestellt“. Trotz schwierigem Marktumfeld lag der Ausfinanzierungsgrad über die letzten zehn Jahre immer relativ konstant bei etwa 60 bis 65 Prozent. Die restlichen Verpflichtungen sind durch das Unternehmensvermögen gedeckt.

Gute Erträge  und substanzielle Dotierungen

Anlagenseitig konnten die Unternehmen mit ihrer Kapitalallokation einen Zugewinn von 9,3 Prozent verbuchen. Darüber hinaus stärkten die Unternehmen ihre Pensionswerke mit Dotierungen in Höhe von 10,5 Mrd. Euro. Während in den USA und Grossbritannien eine Pflicht zur Ausfinanzierung besteht, setzen deutsche Firmen stärker auf die unternehmensinterne Finanzierung ihrer Pensionsverpflichtungen. Bei den Fortune-1000-Unternehmen beträgt der Ausfinanzierungsgrad aktuell 80 Prozent, bei den DAX-Unternehmen sind es 63 Prozent.

Der Mittelstand setzt in Deutschland traditionell noch stärker auf unternehmensinterne Finanzierung und ist bislang Pensionsverpflichtungen von etwa 25 Mrd. Euro eingegangen. Diesen stehen  weniger spezifisch reservierte Pensionsvermögen gegenüber. Es wird nicht so bleiben, wie eine weitere Studie von Willis Towers Watson zeigt. Demnach wollen drei Viertel der Unternehmen im Mittelstand ihre Versorgungswerke in Niedrigzinsumfeld neu ausrichten.

Dauerbrenner bAV-Reform

Im geplanten Betriebsrentenstärkungsgesetz sieht das Beratungsunternehmen „einige positive Impulse“. Konkret das so genannten Opting-out: Solche bAV-Modelle, in denen die Mitarbeiter automatisch für die Beteiligung am Pensionsplan angemeldet werden, jedoch austreten können, sofern sie dies wünschen, wurden bislang selten umgesetzt. Auch die reine Beitragszusage ohne Garantien kann, so Willis Towers Watson, im Niedrigzinsumfeld aus Unternehmenssicht eine zielführende Lösung sein. Viele Mitarbeiter würden hingegen Sicherheit und Garantien bevorzugen: „Das stellt Pensionspläne ohne Garantien vor nicht zu unterschätzende kommunikative Herausforderungen.“

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