12.02.2020 | Von Antje Schiffler

BVI: Fondsbranche verwaltet Rekordvermögen

Die deutsche Fondsbranche konnte 2019 ein stärkeres Neugeschäft als im Vorjahr verzeichnen. Das verwaltete Vermögen schwoll an auf 3.398 Milliarden Euro, berichtet der BVI.

Bildquelle: monsitj/iStock/GettyImagesPlus

Der Fondsbranche strömen die Gelder zu: Dank der guten Stimmung an den Finanzmärkten stieg das verwaltete Vermögen der Branche zum Jahresende 2019 um 15 Prozent gegenüber  dem Vorjahr auf 3.398 Milliarden Euro, wie der deutscher Fondsverband BVI berichtet. Größter Brocken sind nach wie vor die offenen Spezialfonds mit 1.875 Milliarden EUR. Sie waren gleichzeitig auch Zugpferd des Anstiegs: Rund 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr ließen institutionelle Investoren in diese Asset Klasse fließen, insgesamt 102,7 Milliarden EUR. Das ist ihr bestes Absatzjahr nach 2015, als sie 121 Milliarden EUR neu investierten.

Dank Preiseffekten stand per Saldo am Jahresende 2019 ein Plus von 255 Milliarden EUR in den Büchern: Das Netto-Vermögen stieg von 1.619 Milliarden EUR im Jahr 2018 auf eben 1.875 Milliarden EUR. Hiervon waren 1.771 Milliarden EUR in Wertpapierfonds angelegt und 104 Milliarden EUR in Immobilienfonds.

2019

2018 2017

2016

Wertpapier-/ Beteiligungsfonds 1.770.842,20 1.529.609,70

 

1.515.996,50

 

1.417.842,10

 

Sachwertefonds

104.118,20

89.931,20 77.418,40

64.466,70

Summe offene

Spezialfonds

1.874.960,40

 

1.619.540,90

 

1.593.414,90

 

1.482.308,80

 

Quelle: BVI

Altersvorsorge wichtiger Treiber für Spezialfonds

In den vergangenen zehn Jahren von hat sich das verwaltete Vermögen in diesen Fonds mehr als verdoppelt (Ende 2009: 729 Milliarden EUR). Besonders die Altersvorsorge-Einrichtungen bauten ihre Anteile aus: Versicherer und Altersvorsorge-Einrichtungen hatten Ende 2019 insgesamt 1.159 Milliarden EUR in Spezialfonds angelegt. Das entspricht einem Anteil von 62 Prozent des Spezialfonds-Vermögens. Im Vergleich: Vor zehn Jahren lag ihr Anteil bei 54 Prozent.

Insbesondere die Altersvorsorge-Einrichtungen wie Versorgungswerke und Pensionskassen haben an Bedeutung gewonnen. Ihr Anteil ist von 19 Prozent Ende 2009 auf 29 Prozent gestiegen. Versicherer sind noch immer die volumengrößte Anlegergruppe. Ihr Anteil hat sich aber leicht von 36 Prozent auf 33 Prozent reduziert.

Quelle: BVI

Offene Publikumsfonds an zweiter Stelle

In offene Publikumsfonds waren Ende 2019 rund 1.116 (2018: 973) Milliarden EUR  investiert. Die Liste führen die Aktienfonds an mit 423 Milliarden EUR, gefolgt von Mischfonds (310 Milliarden EUR) und Rentenfonds (209 Milliarden EUR).

Allerdings verzeichneten Immobilienfonds die meisten Zuflüsse mit 10,7 Milliarden EUR. Im Vorjahr flossen ihnen 6,4 Milliarden EUR zu. An zweiter Stelle stehen Mischfonds mit Zuflüssen von 10,5 Milliarden EUR. Aktienfonds verzeichneten 4,4 Milliarden EUR neue Gelder. Aus Rentenfonds flossen dagegen  3,7 Milliarden Euro ab. Ausschlaggebend hierfür waren Fonds mit kurzlaufenden Euro Anleihen, die sich überwiegend an institutionelle Anleger richten. Aus ihnen flossen 13,9 Milliarden EUR ab.

Großes Interesse für nachhaltige Fonds

Im Neugeschäft der offenen Publikumsfonds entfallen 7 Milliarden Euro auf nachhaltige Fonds. Das sind 40 Prozent der Netto-Zuflüsse von Publikumsfonds insgesamt. Ähnlich gut dürfte die Entwicklung auch im aktuellen Jahr weitergehen, so Verbandspräsident Tobias C. Pross.

 

 

 

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