25.01.2019 | Von ULRICH BUCHHOLTZ

BNP Paribas verliert DWS-Großaufträge

Die im Juni 2018 groß angekündigte Übernahme der Administration zahlreicher DWS-Fonds durch die BNP Paribas Securities Services kommt nicht zustande. Ebenfalls abgesagt wurde die geplante Übergabe der Verwahrung für viele DWS-Publikumsfonds von der State Street Bank International auf die BNP Paribas Securities Services.

Es war 2018 die Nachricht des Jahres auf dem deutschen Markt für Fondsdienstleistungen: Die BNP Paribas Securities Services sollte ab 2019 einen großen Teil der DWS-Publikumsfonds administrieren. Außerdem sollten die Franzosen kurz darauf Depot- und Verwahrdienstleistungen für zahlreiche DWS-Fonds übernehmen. Das Unternehmen wäre damit der große Sprung nach vorne auf dem deutschen Markt gelungen: Bei der Verwahrung hätte es seine klare Marktführerschaft weiter ausgebaut und den zweitgrößten Anbieter – die State Street Bank International– deutlich zurückgeworfen. Bei der Fondsadministration hätte es zumindest eine nennenswerte Größe erreicht – auch wenn der Abstand zum großen Wettbewerber State Street noch erheblich geblieben wäre.

Doch nun ist der große Deal geplatzt. „Die DWS und BNP Paribas Securities Services haben gemeinsam beschlossen, die im Juni 2018 angekündigte Übertragung der Fondsadministrationsservices der DWS in Deutschland und Luxemburg an die BNP Paribas Securities Services und die Erbringung der Depot- und Verwahrungsdienstleistungen für Publikumsfonds der DWS nicht weiterzuverfolgen“, teilte die DWS auf dpn-Anfrage mit. BNP Paribas bestätigt dies ebenfalls.

Die Absage kommt überraschend, so das Ergebnis der Gespräche, die dpn mit Marktbeobachtern geführt hat. War vor der Ankündigung des Deals im Juni 2018 zu einzelnen Brancheninsidern etwas durchgedrungen, war dies jetzt nicht der Fall.

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