Fast die Hälfte der Unternehmen will ihr Versorgungswerk überprüfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie.

Jedes fünfte Unternehmen hat beim Versorgungswerk entweder die zugesagte Verzinsung reduziert oder von leistungs- auf beitragsorientierte Zusagen gewechselt. Fast die Hälfte der Unternehmen stellt sein Versorgungswerk grundsätzlich auf den Prüfstand. Und immerhin 11 Prozent überlegen sich, ihr bAV-Angebot einzustellen. Dies das Ergebnis der aktuellen Studie „Insurance Survey 2016: Rethink Insured Pensions “ des Beratungsunternehmens Aon Hewitt. Befragt wurden mehr als 70 grössere und mittelständische Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen.

Die anhaltende Niedrigzinsen und die damit einhergehenden Veränderungen im deutschen Lebensversicherungsmarkt erhöhen den Druck auf die bAV. Die Lebensversicherer reagieren mit neuen Produkten und eingeschränkten Garantieversprechen auf das Niedrigzinsumfeld und den sich aus der europäischen Richtlinie Solvency II ergebenen Anforderungen. „Unternehmen, die eine baV mit Versicherungsbezug anbieten, müssen handeln“, sagt Thorsten Teichmann, Partner bei Aon Hewitt.

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Betroffen sind vor allem Vertragsverhältnisse mit zahlreichen Versicherern. Diese schliessen bestehender Tarife oder beschränken den Zugang für Versorgungszusagen von neuen Mitarbeitern. Anstatt Anbieter-Hopping empfiehlt Teichmann eine grundsätzliche Modernisierung der Versorgung. Laut Studie können sich denn auch  45 Prozent der Befragten vorstellen, ihre Versorgungsregelung komplett neu zu gestalten.

Wird ein neues Versicherungsprodukt gewählt, ist für 88 Prozent die finanzielle Stabilität des Anbieters sehr wichtig – gefolgt von Transparenz (48 Prozent) und Flexibilität (37 Prozent). Und mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen wünschen sich daher, die Leistungen bei Alter, Tod und Invalidität in einem Versicherungsvertrag zu bündeln. Hier sind die Lebensversicherer gefordert. Es braucht Produkte, die sich für die Abbildung komplexer Versorgungsordnungen eignen und uneingeschränkt bAV tauglich sind.

Gleichzeitig erhöht sich die Komplexität. „Das Angebot an neuen Produkten ist nicht mehr so homogen und selbst für Fachleute nicht immer transparent“, erklärt Teichmann. Bei den Produkten der neuen Generation könne sowohl die garantierte als auch die zum Rentenbeginn hochgerechnete Leistungshöhe nur sehr eingeschränkt als Entscheidungsgrundlage herangezogen werden.

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