Hong Kong, 16. Februar 2012 – Der britische Schatzkanzler George Osborne hat sich auf dem diesjährigen Asian Financial Forum unverhohlen von Europa und dem Euro abgewendet und den Chinesen angebiedert.

Dieser Opportunismus, sich neben dem amerikanischen auch den chinesischen Rockzipfel zu schnappen, fügt sich nahtlos in die jüngsten euro- und europakritischen Worte und Taten des Inselvolks, das nach dem Untergang ihres 500-jährigen Kolonialreichs nun plötzlich das Heil nicht in der Unterwerfung anderer, sondern in der eigenen sieht. Im Einzelnen pries der reaktionäre Osborne London als den kommenden Offshore-Renminbi-Handelsplatz weltweit an – nach Hong Kong versteht sich (denn so weltfremd sind selbst die Briten nicht anzunehmen, dass ihr Lon Don plötzlich selbst Hong Kong als RMB-Hub in den Schatten stellen wird). Besonders bitte war das für EU-Fahnenträger Michel Barnier, der kritisch, aber mit Würde die Probleme ansprach und für Vertrauen in die Leistungsfähigkeit Europas warb. Osbornes Beitrag erreichte seinen Tiefpunkt, als er anfing, für „traditionsreiche“ britische Marken wie etwa Rolls-Royce zu werben (sic!). Da Asiaten wissen, wem Rolls-Royce wirklich gehört, werden auch sie für die Briten bald nicht mehr als nur ein Lächeln übrig haben.

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