Das Team Multi-Asset Solutions von Franklin Templeton betrachtet Volatilität als Phase mit Chancen, die mögliche Entkopplungen zwischen Marktpreisen und Erwartungen hervorruft.

In aller Regel steigen in einem solchen Umfeld die Marktkorrelationen, und als sicher geltende Werte bleiben in der einsetzenden Rally zurück, sagt Ed Perks, CFA, Chief Investment Officer, Franklin Templeton Multi-Asset Solutions. In  Zeiten erhöhter Unsicherheit sei es wichtig, diversifizierte Portfolios beizubehalten.

Die aktuelle Rezession schuf im Privatsektor eine Lücke in den Ergebnisrechnungen und Bilanzen, die in vielen Sektoren noch nicht geschlossen wurde. Diese Lücke wurde vorübergehend durch fiskalische Anreize gefüllt und durch die Zentralbanken monetarisiert. Ob die Politik diese Lücke weiterhin stopfen kann, bleibe abzuwarten. Überdies besteht das Risiko, dass die Wirkung der politischen Maßnahmen nachlässt, so Perks.

Bisher haben die Hilfen der Zentralbanken die Aussichten für Hochzinsanleihen gestützt, so Perks. Der Markt setzte gegenwärtig viel Vertrauen in die Fähigkeit der Politik, die Marktsektoren auf ganzer Breite abzustützen. Im Hochzins-Segment macht die Unfähigkeit der Fed, die Zahlungsfähigkeit von Unternehmen zu schützen, einen Anstieg der Zahlungsausfälle sehr wahrscheinlich.

Unserer Ansicht nach findet sich das attraktivste Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag in Unternehmensanleihen mit höherem Rating und Investment-Grade-Rating. Insgesamt sind wir in Bezug auf die Anlageklassen trotz anhaltender Volatilität von globalen Aktien nach wie vor etwas stärker überzeugt als von Anleihen, was vergleichsweise attraktivere Bewertungen widerspiegelt. Im Großen und Ganzen sind Anleihen höher bewertet und die Aussichten für Aktien haben sich relativ dazu verbessert.
Ed Perks, CFA, Chief Investment Officer, Franklin Templeton Multi-Asset Solutions

Dabei bleibe die US-Wirtschaft dynamischer als viele andere Ökonomien rund um den Globus. Allerdings ist sie auch anfällig für eine weitere Infektionswelle durch das Coronavirus. Aufgrund der bisherigen erheblichen fiskalischen und geldpolitischen Anreize schätzen die Märkte das Verhältnis zwischen Risiken und Chancen optimistisch ein.

Notwendige Entscheidungen über die Fortdauer staatlicher Hilfen für die privaten Verbraucher sowie die Unternehmen werden durch die bevorstehende US-Präsidentschaftswahl kompliziert. Das äußerst angespannte politische Klima in den USA könnte längerfristige Politik erschweren, sofern sie der einen oder anderen Partei einen politischen Vorteil verschafft. Für Anleger besteht zudem ein erhöhtes Risiko, dass Ungleichheit und Populismus insbesondere in wichtigen Sektoren wie Technologie zu steigenden Steuersätzen und regulatorischer Aufsicht führen werden.

Globale Erholung

Die Herausforderungen bei der Erholung von der aktuellen, durch das Virus ausgelösten Rezession ist global. Die Belastung des Handels und die Verflechtung der Wirtschaft werden viele Länder treffen. “Wir sind jedoch zuversichtlich,
dass die Aktivität in allen Ländern wieder startet, denn sie verlassen die strengste Phase ihrer Lockdowns”, so Perks.
Möglicherweise wird Europa, das seine Wirtschaft früh lahmlegte und vom Virus unverhältnismäßig hart getroffen wurde, nun Schritte zur Beschleunigung seiner Erholung unternehmen.

Der vorgeschlagene EU-Wiederaufbaufonds, der umfangreiche Hilfen in Form von Zuschüssen anstelle von Darlehen bietet, sei ein “bemerkenswerter Schritt hin zu einer stärkeren fiskalischen Zusammenarbeit”. Eine Teilfinanzierung dieses Fonds durch die Ausgabe von Anleihen mit gemeinschaftlicher Haftung wäre bahnbrechend, bemerkt Perks.

Der US-Aktienmarkt profitiert von der Unterstützung durch die US-Notenbank Fed. Einzelne Unternehmen sind besonders gut positioniert, um von der raschen Änderung der Vorlieben von Verbrauchern und Unternehmen zu profitieren. Die beschleunigte Übernahme technologischer Lösungen für Telearbeit und neue Wege der Geschäftsausübung haben das Vermögen vieler Unternehmen aus dem Technologiesektor gesteigert. “Wir erwarten, dass diese Transformationen auch bestehen bleiben, wenn die Bedrohung durch das Virus als unmittelbarer Impuls für diese Änderungen schwindet”, so Perks.

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