Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Jahr 2021 vorläufigen Berechnungen zufolge um 2,1 Prozent gestiegen. Für 2022 erwarten Analysten ein deutlicheres Plus.

Nach dem Einbruch im Jahr 2020 konnte das deutsche BIP wieder in die Wachstumsspur zurückkehren, berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis). Allerdings lag der Wert für das 4. Quartal 2021 niedriger als von Volkswirten erwartet.

“Deutschland hat nach einem Wechselbad der Konjunkturdynamik zwar viel Boden gut gemacht, zum Jahresende lag die Wertschöpfung aber immer noch knapp unter dem Vorkrisenniveau”, kommentiert Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt bei der Union Investment. Doch für 2022 zeigt er sich optimistisch. Die Bank erwartet ein Wachstum von 3,7 Prozent. Zwar werde das erste Quartal pandemiebedingt verhalten ausfallen, dürfte aber anders als im Vorjahr immerhin Wachstum zeigen.

“Ab dem Frühling stehen die Chancen für einen breiten Aufschwung dann richtig gut. Mit weiteren Impffortschritten und freundlicherem Wetter werden der Konsum und die Nachfrage nach Dienstleistungen kräftig anspringen”, so der Volkswirt.

Positives Umfeld für den Aktienmarkt

Auch die deutsche Industrie werde die deutsche Wirtschaft antreiben. So werde die Lieferkettenproblematik  abflauen und die Maschinenbauer können somit ihre hohen Auftragsbestände endlich abarbeiten. “Auch wenn die Wachstumsdynamik insgesamt etwas geringer als im starken Sommer 2021 ausfallen dürfte, bleibt das Umfeld für die Unternehmen gut”, so Zeuner.

Die Gewinne könnten mit steigenden Refinanzierungskosten mithalten. Davon profitieren auch institutionelle Anleger. Denn das Wirtschaftswachstum unterstütze die Notierungen am Aktienmarkt.

Auch die DWS ist für 2022 positiv gestimmt. “Mit dem Rückgang der Corona-Infektionen im Laufe des Frühjahrs, der Verbesserung der Lieferkettenproblematik und angesichts der immer noch hohen Sparquote erwarten wir für das laufende Jahr ein kräftiges Wachstum”, heißt es.

Die Zahl für 2021 könnte zudem noch nach oben revidiert werden. Denn destatis sei etwas unklar geblieben hinsichtlich des Umgangs mit internationalen Lizenzeinnahmen aus der Impfstoffentwicklung. Diese gelten als deutsche Dienstleistungsexporte und dürften im vergangenen Jahr insgesamt ein Volumen von rund einem halben Prozent der Wertschöpfung der deutschen Wirtschaft erreicht haben. “Inwieweit diese Zahlungen bereits vollumfänglich berücksichtigt sind, blieb unklar. Insofern rechnen wir damit, dass zu einem späteren Zeitpunkt das Bruttoinlandsprodukt nach oben revidiert werden wird”, so die DWS.

Die Commerzbank bestätigt indes ihre Prognose für das deutsche BIP-Wachstum in 2022 mit 3 Prozent. “Für das erste Quartal erwarten wir wegen der um sich greifenden Omikron-Variante ein weiteres Minus”, so auch die Commerzbank. Danach dürfte die deutsche Wirtschaft aber kräftig anziehen.

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