03.05.2019 | Von Manfred Mönch

Update Versorgungswerke Februar 2019 (Teil II)

Nettoverzinsung von 4 Prozent, Marktwertrendite leicht darüber, Rechnungszins von 4 Prozent inzwischen die Ausnahme.

Bildquelle: almir1968/iStock/GettyImagesPlus

Nachdem die Nettoverzinsung in den Jahren 2015 und 2016 leicht unterhalb der 4 Prozent-Marke lag, erreichten Versorgungswerke im Schnitt 2017 wieder nahezu diesen Wert. Das lag allerdings auch daran, dass einzelne Werke stille Reserven auflösten und so außergewöhnlich hohe Werte erreichten. Insofern war die Spreizung mit Ergebnissen zwischen 3 und fast 7 Prozent wieder ausgeprägt. Für den Zeitraum der letzten zehn Jahre betrug die Nettoverzinsung durchschnittlich 3,8 Prozent jährlich.

Die Marktwertrendite unter Berücksichtigung der Veränderung stiller Reserven lag bei fünfzehn analysierten Versorgungswerken 2017 bei 4,4 Prozent.

Auch zu Beginn der Geschäftsjahre 2018 und 2019 wurde von einigen Versorgungswerken wiederum der Rechnungszins gesenkt. Während noch vor zehn Jahren zur Berechnung zukünftiger Leistungen ein Zinsfuß von 4 Prozent die Regel war, ist er inzwischen eher die Ausnahme: Von 70 untersuchten Werken verwendet nur noch jedes fünfte einen Satz von 4 Prozent, für fast ein Drittel gilt sogar ein Wert unterhalb von drei Prozent. Der Durchschnitt lag Anfang 2019 gleichgewichtet bei 3,1 Prozent.

Die Anpassung erfolgt jedoch auf sehr unterschiedliche Weise. Eher wenige Werke können den Satz für den kompletten Bestand herabsetzen, da das eine erhebliche Aufstockung der Deckungsrückstellung erfordert. Die meisten Werke legen einen niedrigeren Wert nur für zukünftige Beitragszahlungen fest. Andere senken den Wert nur vorübergehend für eine Dauer von 15 oder auch nur drei Jahren. Wieder andere lassen den Rechnungszins unverändert und bauen stattdessen bilanziell eine Schwankungsreserve auf.

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