13.02.2019 | Von Bernhard Raos

Vorsichtige Versicherer

Die Assekuranz senkt ihre Renditeerwartungen für die kommenden fünf Jahre. Sorgen bereiten die Politik, die Zinsen und schlechtere Wirtschaftsaussichten.

Rund 40 Prozent der Investoren aus der Versicherungswirtschaft gehen für die nächsten fünf Jahre von einer durchschnittlichen Jahresrendite von unter 5 Prozent aus. Im Vergleich zum Jahr 2017 (22 Prozent) haben sich die Erwartungen deutlich eingetrübt. Nur noch 61 Prozent glauben, dass sie ihre Zielrendite erreichen werden. Zu diesen Ergebnissen kommt die Schroders Institutional Investor Study 2018 mit Fokus Versicherungsgesellschaften.

An der Umfrage nahmen 157 Versicherer mit einer Bilanzsumme von gut 10 Billionen US-Dollar teil. Abgenommen haben nicht nur die Zuversicht, sondern auch die durchschnittlichen Portfolio-Haltezeiten. Über den vollständigen Marktzyklus halten nur noch 10 Prozent (2017:14 Prozent) ihre Investments. Durchschnittlich 19 Prozent (2017: 13 Prozent) der Portfoliopositionen werden jährlich veräussert.

Welche Faktoren können die Performance beeinträchtigen? Darauf gaben die Befragten die zu erwartenden Antworten: 26 Prozent nannten die Politik und das Weltgeschehen, 25 Prozent die wieder steigenden Zinsen und 23 Prozent die sich eintrübende Weltwirtschaft. Erschwerend für die Kapitalanlage seien die Volatilität am Aktienmarkt, Kreditausfälle und Zinsänderungsrisiken. Fast drei Viertel der Kapitalanlagen werden von den Versicherern aktiv gemanagt. Und 73 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass ESG-Faktoren bedeutender werden.

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