18.10.2018 | Von MICHAEL LENNERT

Über die Chancen einer Neuorientierung

Eine neue Invesco-Studie beleuchtet die Herausforderungen und speziell den Einfluss des neuen Solvency II-Regelwerks auf das Asset Management von Versicherungsgesellschaften.

Bei Versicherern ist der Anteil von indirekt über Fonds gehaltenen Kapitalanlagen in den letzten Jahren deutlich gestiegen und entsprach 2016 etwa einem Drittel des ­Gesamtportfolios. Substanzielle Verschiebungen haben sich zudem insbesondere im Bereich der Rentenanlagen ergeben. ­Während das Engagement in Darlehen an Kreditinstitute und Pfandbriefe deutlich reduziert wurde, haben börsennotierte Schuldverschreibungen einen signifikanten Zuwachs erfahren.

Das geht aus einer aktuellen Invesco-­Studie in Zusammenarbeit mit der Wiesbaden Business School und RiskNET hervor, bei der Gespräche mit 17 Vertretern der deutschen und österreichischen Versicherungs­wirtschaft geführt wurden.

In der Folge bezeichnen die Autoren der Studie die Rentenanlagen der Versicherer inzwischen in vielen Dimensionen – zum Beispiel geografisch und in Bezug auf die Anzahl der Emittenten – als sehr gut diversifiziert. Neben Staatsanleihen außereuropäischer Länder könnten auch US-Kommunalanleihen oder niederländische Hypothekendarlehen zu einer zusätzlichen Diversifikation der Rentenanlagen beitragen. Ob sich in der Rentenanlage ein Engagement außerhalb des Euroraumes lohne, hinge dabei maßgeblich von den eventuell anfallenden Kosten der Währungsabsicherung ab.

Wie die Studie daneben zeigt, ist der Anteil der Aktienanlagen in den vergangenen ­Jahren jedoch nur moderat gestiegen. Als ein zentrales Ergebnis hält die Studie zudem fest, dass Solvency II bei fast allen teilnehmenden Versicherungsunternehmen lediglich eine Nebenbedingung bei der Festlegung der strategischen Asset Allocation darstellt und keinesfalls als Haupttreiber verstanden wird.

Unabhängig davon stellen die Anpassungsnotwendigkeiten der Geschäftsmodelle durch neuartige Risiken und Entwicklungen wie die Digitalisierung, Kurzzeitversicherungen oder die Produktindividualisierung die aktuell größten Herausforderungen der Versicherungsbranche dar.

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