03.06.2019 | Von Manfred Mönch

Update Lebensversicherungsunternehmen Mai 2019 (Teil II)

Nettoverzinsung nähert sich Realität an, leicht positive Marktwertrendite

Lebensversicherung (Bildquelle: Gajusi/iStock/Getty Images Plus)

2018 wurde die Berechnungsmethodik zur Stärkung der Zinszusatzreserve geändert. Dies hat zur Folge, dass die Lebensversicherungsunternehmen die Deckungsrückstellung mit gut sechs Milliarden Euro deutlich weniger pauschal aufstocken mussten als in den Vorjahren. 2017 waren noch mehr als 18 Milliarden und ohne Anpassung der Berechnungsmethodik wären für 2018 wohl mehr als 20 Milliarden notwendig gewesen.

In den vergangenen Jahren deckten die Lebensversicherer zur Finanzierung dieser Zinszusatzreserve umfangreich stille Reserven auf. Dies hob die Nettoverzinsung auf ein „unnatürliches“ Niveau von rund 4,5 Prozent. 2018 hat sich dies normalisiert. Im Mittel aller untersuchten Lebensversicherungsunternehmen mit einem Mindestanlagevolumen von einer Milliarde Euro betrug die Nettoverzinsung 3,3 Prozent. Die Werte reichen von 2,4 bis 4,2 Prozent. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 4,4 Prozent.

Die laufende Durchschnittsverzinsung – ohne Berücksichtigung außerordentlicher Erträge und Aufwendungen – ist 2018 weiter auf durchschnittlich rund 2,8 Prozent gesunken (Vorjahr 3,2).

Die stillen Reserven sind 2018 performancebedingt um rund ein Fünftel abgeschmolzen. Auf der Basis von Marktwerten lag das Renditeniveau gleichgewichtet deshalb deutlich unterhalb der Nettoverzinsung, aber noch knapp im positiven Bereich (Median 0,7 Prozent). Hier reichten die Einzelergebnisse von -1,2 bis +5 Prozent. Ein Fünftel der Unternehmen erzielte eine negative Performance.

Die fondgebundenen Verträge erzielten 2018 im Mittel eine marktwertbasierte Performance von -9 Prozent.

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