03.06.2019 | Von Manfred Mönch

Update Lebensversicherungsunternehmen Mai 2019 * (Teil I)

Aktien, Immobilien und Alternatives gewinnen weiter an Bedeutung

Lebensversicherung (Bildquelle: Gajusi/iStock/Getty Images Plus)

Trotz sinkender Vertragszahlen im Bestand ist das Kapitalanlagevolumen der Lebensversicherungsunternehmen in Deutschland im vergangenen Jahr um fast 30 Milliarden Euro oder mehr als drei Prozent auf über 938 Milliarden Euro angestiegen. Zu Marktwerten liegt der Wert deutlich über einer Billion Euro. Hinzukommen rund 103 Milliarden Euro aus fondsgebundenen Verträgen, deren Kapitalanlagevolumen sich 2018 performancebedingt um fast sieben Prozent verringert hat.

Von den mehr als 80 in Deutschland zugelassenen Lebensversicherungsunternehmen verwalten 67 Kapitalanlagen im Milliardenbereich, 25 davon mindestens 10 Milliarden Euro.

Auch 2018 setzte sich die kontinuierliche Transition weg von der Rentendirektanlage hin zu indirekten (Fonds-)Anlagen weiter fort. Die direkte Rentenquote ist im Durchschnitt weiter auf gut 48 Prozent der Gesamtanlagen gesunken. Hinzu kommen knapp 7 Prozent Darlehen und Hypotheken. Während sich das Volumen der Rentendirektanlagen absolut kaum erhöht hat, wurde das Fondsvolumen wiederum um 20 Milliarden Euro ausgeweitet und deckt Ende 2018 fast 38 Prozent der Gesamtanlagen ab. Seit 2009 hat sich damit das Volumen der Aktien und Investmentanteile um mehr als 170 Milliarden Euro erhöht.

Inklusive Fonds macht der gesamte Rentenbestand knapp 78 Prozent (inklusive Hypotheken und Darlehen 84 Prozent) aus. Insbesondere Rentenfonds wurden in den letzten Jahren deutlich auf fast 30 Prozent ausgebaut. Vom Rentendirektbestand werden 40 Prozent durch Staatsanleihen abgedeckt.

Etwas überraschend hat sich im Schnitt der untersuchten Lebensversicherer trotz der schlechten Performance im letzten Quartal 2018 das Aktienexposure leicht erhöht. Die Quote von gut 5 Prozent ist damit mehr als doppelt so hoch wie 2011, aber weiter deutlich niedriger als vor der Finanzkrise. Allerdings hat noch immer fast ein Viertel aller LVU überhaupt kein Aktienexposure (Quote < 1 Prozent).

Nur gut jedes zehnte Unternehmen hat eine Quote von 10 Prozent oder mehr.

Auch ausgeweitet wurde 2018 die Immobilienquote. Sie beträgt nun ebenfalls gut 5 Prozent. Die direkten und indirekten Bestände wurden in den letzten Jahren auf über 50 Milliarden Euro ausgebaut, allerdings nicht so stark wie bei Pensionskassen oder Versorgungswerken, die häufig zweistellige Quoten ausweisen. Rund jedes sechste Unternehmen weist mindestens 10 Prozent aus, in etwa jedes achte hat kein Exposure (<1 Prozent).

Illiquide Alternatives machen inzwischen fast drei Prozent der Gesamtassets aus. Während Private Equity seit vielen Jahren etabliert ist und zuletzt weiter ausgeweitet wurde, werden Infrastrukturanlagen erst seit wenigen Jahren forciert. In den letzten Jahren neu hinzugekommen ist der Bereich der Debt- und Loan-Anlagen. Hier können bereits zahlreiche LVU ein nennenswertes Exposure ausweisen.

* Auf Basis mehr als 50 LVU mit einem Anlagevolumen von fast 870 Milliarden Euro

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