24.09.2018 | Von MANFRED MÖNCH

Update Stiftungen (September 2018)

100 Milliarden Euro für strategische Beteiligungen, Renten, Aktien, Immobilien und Private Equity.

In 2017 wurde die RAG-Stiftung (Marktwert 17 Milliarden Euro) vom „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“ als größte Stiftung abgelöst. Der Atomfonds wurde mit 24 Milliarden Euro ausgestattet, wovon Ende 2017 allerdings erst 2 Milliarden investiert waren. Davon wurden 1,6 Milliarden durch die Bundesbank in Aktien und Anleihen investiert und über 300 Millionen Euro im Rahmen eines externen Corporates-Mandates vergeben. Die verbleibenden freien Mittel werden 2018/19 über zwei AIF-Spezialfonds in liquide und illiquide Assets (Beteiligungen, Infrastruktur, Immobilien) transformiert.

Von 31 der größten – nach Marktwert untersuchten – Stiftungen,  sind sieben reine Beteiligungsträger-Stiftungen mit Unternehmensanteilen, die ihnen meist bei Gründung zur Erfüllung des Stiftungszweckes in die Wiege gelegt wurden. Sie verkörpern Ende 2017 bei einem Buchwert von fast 14 Milliarden Euro einen Marktwert von mehr als dem Doppelten. Neben den reinen Trägerstiftungen gibt es sieben weitere Gesellschaften, die neben einer bedeutenden Beteiligung Wertpapier- oder Immobilienportfolios aufgebaut haben.

Insgesamt ist fast ein Drittel der Buchwerte von über 60 Milliarden Euro in Beteiligungen gebunden. Für Investitionen in Wertpapier- und Immobilienportfolien sind mehr als 40 Milliarden allokiert bzw. dafür vorgesehen. Für die Vermögensallokation von gemeinnützigen Stiftungen gibt es grundsätzlich keine regulatorischen Anlagebeschränkungen. Das Stiftungsrecht schreibt jedoch Kapitalerhalt und regelmäßige Ausschüttungen zur Verfolgung des gemeinnützigen Stiftungszweckes vor.

Die Aktienquote der untersuchten Stiftungen reicht von 0 bis fast 50 Prozent und deckt kapitalgewichtet rund ein Viertel der Gesamtanlagen (ohne Unternehmensbeteiligungen und Liquidität des Atomfonds) ab. Drei Stiftungen weisen eine Aktienquote von über 40 Prozent aus. Eine wichtige Rolle spielen häufig Immobilien, versprechen sie doch laufende Erträge bei realem Werterhalt. Mehr als jede dritte Stiftung hat mindestens ein Fünftel ihrer Mittel in Immobilien angelegt. Einige Stiftungen verwalten fast ausschließlich Immobilien. Auch Alternatives spielen zunehmend eine wichtige Rolle. Sechs Stiftungen haben ein nennenswertes Private Equity-Exposure. Darüber hinaus finden sich Infrastruktur- und Microfinance-Investitionen.

Auf Basis der Angaben von sieben Stiftungen ergibt sich für 2017 eine Rendite von gut 5 Prozent (Mittelwert 5,3, Median 5,45).

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