24.10.2017 | Von MANFRED MÖNCH

Update Stiftungen 2016 (Teil II)

Viele Stiftungen fahren eine vergleichsweise hohe Aktienquote.

Insgesamt sind mehr als 45 Prozent der Buchwerte und zwei Drittel der Marktwerte in langfristige Beteiligungen gebunden. In Wertpapier- und Immobilienportfolien werden von den 30 untersuchten Stiftungen aber darüber hinaus mehr als 15 Milliarden Euro verwaltet. Hierfür gibt es keine regulatorischen Anlagebeschränkungen. Das Stiftungsrecht schreibt jedoch Kapitalerhalt und regelmäßige Ausschüttungen für die Gemeinnützigkeit vor.

Wer bei Stiftungen von einer grundsätzlich konservativen Anlagepolitik ausgeht, wird – zumindest bei den untersuchten eher größeren Gesellschaften – überrascht. Die Aktienquote reicht bis 40 Prozent und deckt im Mittel nahezu ein Viertel der Gesamtanlagen (ohne Unternehmensbeteiligungen) ab. Jede dritte Stiftung hat eine Aktienquote von über 30 Prozent, darunter zum Beispiel die Volkswagen-, die EVZ-, die Zeit-, die Hertie- und die Telekom-Stiftung. Nur ein Viertel hat eine Quote unterhalb von 10 Prozent. Keine Aktien halten zum Beispiel die Körber-Stiftung und die kirchlichen Stiftungen Evangelisches Johannisstift und ESPS.

Demgegenüber ist im Schnitt weniger als die Hälfte der Vermögenswerte in Renten investiert. Die Hertie-Stiftung hat zum Beispiel weniger als ein Viertel und die Stiftung Polytechnische Gesellschaft nur etwas mehr als ein Drittel festverzinslich veranlagt.

Eine wichtige Rolle spielen häufig Immobilien, versprechen sie doch laufende Erträge bei realem Werterhalt. Mehr als jede dritte Stiftung hat mindestens ein Fünftel ihrer Mittel in Immobilien angelegt. Weniger als jede dritte Gesellschaft hat eine Quote unter 10 Prozent. Die Körber-Stiftung schichtet seit zwei Jahren ihr komplettes liquides Anlagevolumen in Immobilien und immobiliennahe Anlagen um. Die Wilhelm-Sander-Stiftung sowie die beiden kirchlichen Stiftungen Evangelisches Johannisstift und ESPS halten ebenfalls nahezu ihr komplettes Vermögen in Immobilien. Letztere diversifiziert ihr bestehendes eigenes Immobilienportfolio seit 2009 mit über 200 Millionen Euro in 11 Immobilienfonds.

Auch Alternatives spielen zunehmend eine wichtige Rolle. So konnten sechs Stiftungen mit nennenswertem Private Equity-Exposure identifiziert werden. Die RAG-Stiftung nutzt dabei drei Wege: Eigeninvestments in Kooperation mit einem Industriellen, ein exklusiver Private Equity-Manger und ein Portfolio aus Private Equity-Fonds.

Auf Basis der Angaben einiger Stiftungen, ergibt sich für 2016 im Durchschnitt eine erzielte Rendite von knapp 5 Prozent.

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